Wien - "Mein Vorgänger (Franz Rottmeyer, Anm.) war ein Schöngeist, ich bin Techniker. Entsprechend werde ich den Fokus unseres Standorts ganz stark auf die technische Kompetenz ausrichten." - Werner Hackl, seit 1. Juli Generaldirektor der Opel Austria Powertrain GmbH im Werk Wien/Aspern, macht im Gespräch mit dem STANDARD klar, dass sich unter seiner Ägide einiges ändern wird.Geladen hatte der neue Aspern-Chef zur 20-Jahr-Feier des Werkes, Bruno Kreisky hatte den Deal seinerzeit noch perfekt gemacht. Infolge der Krise, in die die deutsche General-Motors-Tochter Opel zuletzt hineingeschlittert ist, stand auch der Fortbestand des auf Motoren und Getriebe spezialisierten Standorts auf wackligen Beinen. Der Großauftrag für ein neues Sechsganggetriebe für Autos von GM und Fiat bedeutete die Rettung, im April 2003 beginnt der Umbau, offizieller Serienstart: April 2004. Investment: 300 Millionen Euro. Investitionen Bis dahin, erläuterte Hackl, würden 340 Maschinen und Anlagen auf 43.000-m²-Fläche installiert sein, die Jahresproduktion liege bei 800.000 Getrieben. Insgesamt würden sich die Investitionen in Aspern von Beginn an bis dann 2004 auf mehr als zwei Mrd. EURO belaufen, rund 13,5 Mrd. EURO habe man außerdem bereits im Export erwirtschaftet. Dass man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen könne, sei ihm klar: "Polen und Ungarn, wo GM auch fertigt, holen rasant auf." Um den Technik-Benchmark-Status zu untermauern, spitzt man für die Zukunft deshalb auch auf einen Produktionsauftrag für Brennstoffzellen. GM treibt die neue Antriebstechnologie voran, erste Kleinserien sollen ab 2010 aufgelegt werden. "Wenn die Wirtschaftslage hält" Und die Mitarbeiter? 2100 beschäftigt "Ef-Tschi-Pi" (FGP; steht für Fiat-GM Powertrain, jenes Joint-Venture-Unternehmen, in das Aspern 2001 eingebracht wurde, Anm.) derzeit. Die werde man halten können - "wenn die Wirtschaftslage hält." Sollte es noch gröbere Schwankungen nach unten geben, müsse man die Sache neu überdenken. Während der Umbauphase werden - DER STANDARD berichtete - vermutlich rund 700 in der Getriebeproduktion Beschäftigte mithilfe des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds in Qualifizierungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice geschult und dann zu den alten Bedingungen ins Unternehmen zurückgeholt. (stock, DER STANDARD, Printausgabe 24.7.2002)