Wien - Derzeit laufen zahlreiche Studien, um die Wirkung von Ginkgo-Arzneimitteln nachzuweisen. Das gaben das Pharmaunternehmen Pharmig und der Naturpräparatehändler Austroplant am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt. Denn in Österreich sind solche Arzneimittel rezeptpflichtig und seit 1. Jänner 2002 nicht mehr kassenfrei, d.h., der Patient muss den vollen Preis zahlen. Der Grund: Laut Behörden ist bei Ginkgo keine eindeutigen Wirksamkeit nachzuweisen.Wirksamkeit bei Demenzkranken Aus diesem Grund treibt man die Studien weiter voran. Zu keiner anderer phytotherapeutischen Substanz existiert laut Pharmig eine solche Menge an wissenschaftlichen Publikationen (rund 500, Anm.) wie zu Ginkgo biloba-Spezialextrakt. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Wirksamkeit bei Demenzkranken gelegt. Diese belegen, dass diese Patienten durch die Behandlung mit Ginkgo-Arzneimitteln für längere Zeit ihre Gedächtnisleistung behalten oder gar verbessern können. Auch in Sachen Alltagsfertigkeiten schneiden sie viel besser ab als Nicht-Behandelte. Bei der neuesten Studie aus diesem Jahr wurden 236 Patienten, die an Demenz vom Alzheimer-Typ oder an Multiinfarkt-Demenzen litten, ein Jahr lang entweder mit Placebo oder mit einem patentierten Ginkgo-Spezialextrakt behandelt. Das Resultat: Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Demenz verbesserten sich unter Ginkgo-Behandlung die Gedächtnisleistungen sowie die sozialen Fertigkeiten deutlich. Stabilisierung der Gedächtnisleistungen Bei Patienten mit schwerwiegenden Demenz-Erkrankungen konnte immerhin eine Stabilisierung der Gedächtnisleistungen beobachtet werden. Unter Placebo-Behandlung hingegen verschlechterte sich ihr Zustand rapide. Weitere Untersuchungen zeigten, dass der Wirkstoff nicht nur bei älteren, dementen Personen wirksam ist, sondern dass auch jüngere Erwachsene mit an und für sich intakten kognitiven Fähigkeiten davon profitieren. (APA)