Bregenz - Die außertourliche Wahl vom 30. Juni in der Vorarlberger Gemeinde Dalaas im Klostertal (Bezirk Bludenz) wird die Höchstrichter gleich zwei Mal beschäftigen. Nach den Freiheitlichen werden nun auch die Sozialdemokraten ihre Ankündigung wahr machen und das Ergebnis der Gemeindevertretungswahl und der Bürgermeister-Direktwahl beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) anfechten. Das kündigte SPÖ-Landesparteivorsitzender Abg. Manfred Lackner am Dienstag an. Nach Rechtsansicht der SPÖ soll der Verfassungsgerichtshof die Gemeindevertretungs- und die Bürgermeisterdirektwahl von Anfang an für nichtig erklären und aufheben. Als Gründe werden u.a. die Ungleichbehandlung bei fehlenden Unterschriften für die Gemeinde- und die Bürgermeisterwahl angeführt. Weiters bemängelt die SPÖ den Umstand, dass auch die ÖVP-Liste wegen zu geringer Unterschriftenzahl ungültig angemeldet gewesen sei. In Dalaas stellt seit 30. Juni die ÖVP alle 18 Gemeindevertreter, Langzeit-Bürgermeister Ernst Fritz (V) wurde bestätigt. Die nächste "normale" Gemeindewahl in Vorarlberg steht 2005 an. Der jüngste Urnengang in Dalaas hatte kuriose Begleitumstände. FPÖ und SPÖ hatten am 8. April 2002 durch Zurücklegen ihrer zehn Mandate die Selbstauflösung der Gemeindevertretung (Gemeinderat, Anm.) Dalaas und damit Neuwahlen erzwungen. In der Folge dürften Blau und Rot bei der Wahlanmeldung Formalfehler unterlaufen sein, die notwendigen schriftlichen Unterstützungserklärungen wurden nicht rechtzeitig eingereicht. Verantwortlich dafür wurde der ÖVP-Bürgermeister in seiner Funktion als Leiter der Gemeindewahlbehörde gemacht. Dieser berief sich wiederum auf das Gemeindewahlgesetz. Beide zwangsweise nicht kandidierenden Parteien haben bereits vor dem Wahlsonntag die Anfechtung der Wahl angekündigt. (APA)