Farnborough/München - Die Boeing Co, Chicago, und die European Aeronautic Defence and Space Co NV (EADS), Amsterdam, wollen bei dem von der US-Regierung geplanten Abwehrsystem gegen ballistische Raketen zusammenarbeiten. Beide Unternehmen unterzeichneten am Dienstag auf der Luftfahrtmesse in Farnborough eine Absichtserklärung (memorandum of understanding). Boeing fungiert als Hauptauftragnehmer der US-Regierung und wird dem Vernehmen nach neben der EADS weitere europäische Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen wie Alenia und BAE Systems beteiligen. In den kommenden Monaten solle die konkrete Beteiligung der EADS abgesteckt werden, sagte ein Unternehmenssprecher vwd. Die EADS wolle ihr Know how unter anderem bei der Satellitentechnik und und im Bereich Radar einbringen. Das Raketenabwehrsystem, für das die USA jährlich rund acht Mrd USD aufwenden, gilt als das derzeit ambitionierteste Verteidigungsprogramm. Darüber hinaus plant auch die NATO ein mehrstufiges europäisches Luftverteidigungssystem, das die Bündnispartner sowohl vor Lenkflugkörpern und ballistischen Raketen als auch vor Interkontinentalraketen schützen soll. Branchenkreise werten die Beteiligung europäischer Unternehmen als Zeichen einer stärkeren transatlantischen Zusammenarbeit. Zugleich ist die Kooperation mit Boeing für die EADS ein wichtiger Schritt hin zu dem erklärten Ziel, das Rüstungsgeschäft auszubauen und vor allem in den USA mehr Umsatz zu generieren. Bislang gilt der US-Markt für europäische Anbieter als äußerst schwierig, weil die USA Aufträge weitgehend im Land halten wollen und einem Technologietransfer in andere Staaten äußerst zurückhaltend gegenüberstehen. (APA/vwd) -