Microsoft Deutschland trennt sich von der Hunzinger Public Relations GmbH. Die deutsche Niederlassung des Softwarekonzerns habe die Agentur ECC Public Affairs "mit ihrer Kommunikationsstrategie gegenüber politischen Entscheidungsträgern" beauftragt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Hunzinger PR ist eine Tochtergesellschaft für Öffentlichkeitsarbeit der am Neuen Markt notierten Hunzinger Information AG. Hunzinger war im Zusammenhang mit Zuwendungen an den zurückgetretenen Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) sowie einem zinsgünstigen Kredit für den Grünen-Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir ins Rampenlicht der Öffentlichkeit geraten.Gates Besuch mitorganisiert Hunzinger hatte für Microsoft unter anderem den Deutschland-Besuch von Bill Gates im Februar 1999 mitorganisiert. Damals hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zusammen mit Gates einen von Microsoft gestifteten Preis für Internet-Arbeiten von Schülern zum Thema "Bundestagswahl 1998" verliehen. Hunziger führte im Auftrag des Softwarekonzerns auch eine umstrittene Kampagne für den Einsatz von Microsoft-Produkten im Deutschen Bundestag. Allein der Feldzug gegen den Einsatz des freien Computer-Betriebssystems Linux im Parlament soll nach nicht dementierten Meldungen eine siebenstellige DM-Summe gekostet haben. Die aktuelle Budgetvergabe sei nach einem Agenturwettbewerb erfolgt, der im Juni stattgefinden habe, teilte Microsoft weiter mit. Der Vertrag Hunzinger laufe "planmäßig zum 31. Juli 2002 aus". Die ECC Public Affairs ist die Politikberatung innerhalb der European Communications Consultants Gruppe (ECC) und verfügt über Büros in Berlin, Brüssel, Budapest, Düsseldorf und Wien. "Microsoft überprüft seine Agenturbeziehungen in regelmäßigen Abständen" Einen direkten Zusammenhang zum aktuellen Hunzinger-Skandal wollte der Softwarekonzern nicht herstellen. "Microsoft überprüft seine Agenturbeziehungen in regelmäßigen Abständen unabhängig vom tagesaktuellen Geschehen. Im Zuge dieser Überlegungen hat sich das Unternehmen im Juni entschieden, künftig mit den Experten von ECC, die über eine hervorragende Reputation verfügen, zusammenzuarbeiten." (APA)