Der Rat des Slowakischen Fernsehens (Rada STV) hat in einer Sitzung am Dienstag die Abberufung von Generaldirektor Milan Materak gefordert. Wegen chaotischer Zustände, dubioser Verträge mit freien Mitarbeitern und tendenziöser Berichterstattung ist STV schon längere Zeit unter Beschuss von Seiten der politischen Parteien und der Printmedien geraten. Der letzte Auslöser war die Information, dass der neue Kollektivvertrag großzügige Abfertigungen für 90 führende Manager und Redakteure vorsieht. Der STV-Generaldirektor kann nur vom Parlament abgelöst werden. Das Parlament hat allerdings seine Tätigkeit für diese Legislaturperiode bereits beendet, es ist nur noch eine Sitzung im August vorgesehen, die vorwiegend formellen Charakter trägt. "Heißer" Posten Der Posten des Direktors des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist eine der "heißesten" Positionen des Landes: Seit November 1989 haben sich bereits 11 Personen auf dem Posten abgewechselt. Im Konkurrenzkampf mit den kommerziellen TV-Sendern Markiza, JOJ und TV3 zieht STV schon seit geraumer Zeit den Kürzeren. (APA)