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Der römische Kurienkardinal und enge Papstvertraute Joseph Ratzinger (Bildmitte) wurde 1981 vom Papst zum Präfekten der Vatikanischen Glaubenskongregation ernannt. Die sieben "Priesterinnen" sehen ihn anders als den Papst, den sie für einen frauenfreundlichen Menschen halten, als "gewalttätig".
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Wien - Der Vatikan hat nach dem Auslaufen eines Ultimatums noch keine weiteren Schritte gegen die sieben zu "Priesterinnen" geweihten Frauen unternommen. Das am Montag von den Frauen in München übergebene Antwortschreiben werde geprüft, verlautete am Dienstag aus der Glaubenskongregation in Rom. Der Leiter der vatikanischen Behörde, der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger, hatte die Frauen aus Deutschland, Österreich und den USA ultimativ aufgefordert, die Nichtigkeit ihrer Weihe anzuerkennen und sich bei den Gläubigen für das verursachte Ärgernis zu entschuldigen. Wann der Vatikan weitere Schritte unternehmen wird, war zunächst unklar. Ratzinger befinde sich im Urlaub, hieß es am Dienstag lediglich. Seine Ferien verbringt er übrigens in seiner Heimatdiözese Passau. Nicht weit von dort entfernt waren die sieben Frauen Ende Juni von dem vom Vatikan nicht anerkannten Bischof Romulo Antonio Braschi auf einem Donauschiff in Oberösterreich geweiht worden. Die Priesterinnenweihe sei die "Simulation eines Sakramentes" und daher ungültig, hatte der Kardinal danach in einem Mahnschreiben an die Frauen betont. Sie stelle "einen schweren Verstoß gegen die göttliche Verfassung der Kirche dar". Nach der katholischen Lehre dürfen nur unverheiratete Männer zu Priestern geweiht werden. (APA/dpa)