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Foto :Reuters/Giampiero Sposito
Harare - Der simbabwische Präsident Robert Mugabe (78) hat die Enteignung von 5.000 weißen Landbesitzern gerechtfertigt und die Verantwortung für die Hungersnot in dem afrikanischen Land abgelehnt. Bei der Eröffnung der neuen Sitzungsperiode des Parlaments sagte der seit 22 Jahren regierende Staatschef, nicht seine Politik, sondern internationale Isolation und die Dürre seien schuld an den Versorgungsengpässen. Mugabe verurteilte "finstere Machenschaften" der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien sowie internationaler Organisationen. Sie versuchten, seinem Land "in der Stunde der Not" ihren Stempel aufzudrücken, sagte Mugabe in seiner vom Fernsehen landesweit übertragenen 45-minütigen Rede. Die Landreform sei ein "Erfolg ohnegleichen" gewesen. Um den Nahrungsmittelbedarf zu decken, fehlen in Simbabwe in diesem Jahr rund zwei Millionen Tonnen Getreide. Die Opposition wirft der Regierungspartei ZANU-PF vor, Nahrung als politisches Druckmittel einzusetzen und die Hochburgen der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) von der Verteilung von Lebensmitteln auszunehmen. Mugabe verteidigte die von gewaltsamen Besetzungen begleiteten Enteignungen als einzige Möglichkeit, um besitzlose Landarbeiter zu Bauern zu machen. Nach der Vertreibung weißer Landbesitzer ist die Bebauung der Felder jedoch in weiten Teilen des Landes zum Erliegen gekommen. Die 56 MDC-Abgeordneten blieben der Parlamentssitzung fern und protestierten damit gegen die Präsidentenwahl im März. Die Opposition wirft dem 78 Jahre alten Präsidenten vor, sich mit Einschüchterung und Wahlbetrug eine weitere Amtszeit gesichert zu haben. Die EU hat am Montag ihre Sanktionen gegen die Schlüsselfiguren der Regierung Mugabe erweitert und dem Staatschef vorgeworfen, die gegenwärtige Hungersnot in seinem Lande wesentlich mitverursacht zu haben. (APA/AP/dpa)