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Die einfache Farbkopie hat ausgedient - neuere Blüten bedürfen einer eingehenderen Überprüfung

Foto: APA/dpa/Stephan Jansen
Wien - Die Einführung des Euro als Barzahlungsmittel hat auch einen Wandel an der "Blüten"-Front gebracht. Im ersten halben Jahr wurden in Österreich an Falschgeld praktisch nur noch imitierte Euro- und Dollar-Banknoten sichergestellt. Hauptziele der Täter sind Dienstleister wie Taxis sowie Einzelhandelsgeschäfte und hier vor allem solche, in denen Bargeld rasch umgeschlagen wird: Trafiken, Bäckereien und stark frequentierte Supermärkte. Das sagte Mag. Erich Zwettler von der Interpol in Wien. Die Nationalbank hat von Jänner bis einschließlich Juni 525 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen, davon 203 Fünfziger und 150 Hunderter. Die Exekutive hat in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 569 "Blüten" sichergestellt. Derzeit werden die Ermittler vor allem von litauischen Tätergruppen auf Trab gehalten. "Sie sind seit mehr als einem Jahr massiv unterwegs", sagte Zwettler. Einige Verdächtige seien festgenommen worden, gegen andere gebe es internationale Haftbefehle. Daneben registrierte man im Innenministerium unter anderem Armenier, Bulgaren und Tschechen als Täter. Veränderte Marktsituation In den vergangenen Jahren zählten italienische Tätergruppen zu den führenden in Sachen Falschgeldkriminalität. "Italiener sind mir in der letzten Zeit nicht untergekommen. Sie brauchen theoretisch nicht nach Österreich zu kommen, um Falschgeld loszuwerden, das können sie ja in ihrem Land auch tun", sagte Zwettler. Weggefallen sind auch die Fremdenverkehrsgebiete als "klassisches" Betätigungsfeld der Kriminellen: österreichische Regionen, in denen die Betriebe auch D-Mark, Lire oder niederländische Gulden als Zahlungsmittel akzeptierten und ab und zu gefälschte Banknoten dieser Währungen untergejubelt bekamen. In den früheren Jahren wurde Falschgeld auch beim Geldwechsel in Banken, Postämtern oder Wechselstuben an den Mann gebracht. Dies hat sich laut Zwettler nach der Euro-Bargeldeinführung fast aufgehört. "Blüten" werden vielmehr in Kleinarbeit über Einzelhandelsgeschäfte in Umlauf gebracht. "Den Täter, der quer durch das Land zieht und mit Falschgeld um sich wirft, gibt es nicht." Seines Wissens seien an Euro-Blüten bis dato ausschließlich Kopier- und noch keine - viel aufwändiger zu produzierende - Druckfälschungen sichergestellt worden, sagte Zwettler. Bei dem Falschgeld handelt es sich überwiegend um 50-Euro-Noten, auch 100-er sind aufgetaucht. Den imitierte Banknoten bescheinigt der Fachmann gute Qualität. In einzelnen Fällen ließen sich nämlich sogar Bankangestellte täuschen. (APA)