Graz - Ein unfassbarer Fall von angeblichem sexuellen Missbrauch wurde am Mittwoch im Grazer Straflandesgericht verhandelt: Ein 48-Jähriger soll sich an einem kaum einjährigen Mädchen vergangen haben. Bei dem mutmaßlichen Täter handelte es sich um den Mann der Tagesmutter, der das Kind anvertraut war. Als die Kleine drei war, demonstrierte sie zu Hause, was ihr passiert war. Der Grazer musste sich wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen verantworten. Das Mädchen war ab ihrem fünften Lebensmonat bei einer Tagesmutter. Der Mann dieser Frau soll sich dem Kind immer wieder sexuell genähert haben. Die Kleine wurde dann zu Hause plötzlich "verhaltensauffällig", sie wurde immer aggressiver und hatte gleichzeitig Angst, allein zu bleiben. Als sie schließlich ihrer Mutter eindeutig sexuelle Handlungen demonstrierte, wollte die geschockte Frau zunächst kaum wahrhaben, dass es sich wirklich um den von ihrer Tochter immer wieder genannten Mann handeln könne. Doch auch die zugezogenen Ärzte meinten, dass im Fall des Kindes eindeutig sexueller Missbrauch vorliege, also erstattete die Familie Anzeige. Der Verteidiger nannte den ganzen Vorfall ein "furchtbares Missverständnis". Der 48-jährige Angeklagte fühlte sich überhaupt keiner Schuld bewusst. "Für mich ist das unvorstellbar, wie das Mädchen auf so etwas kommt", erklärte er. "Das ist ein ganz kleines Kind, und es hat das Ganze mehrmals erzählt", meinte dagegen Richterin Caroline List. Es gäbe im Übrigen keine Anhaltspunkte, dass die Mutter ihrem Kind etwas einreden würde. Verhandlung vertagt Die Verhandlung wurde mittlerweile vertagt, da das Gericht sich zur Befragung weiterer Zeugen entschloss. (APA)