Wien - Die Nationalbibliothek restituierte den Nachlass von Alexander Friedrich Rosenfeld, genannt Roda Roda, an dessen Enkel Martin Roda Becher. Die Briefe und Materialien waren in der NS-Zeit über die Gestapo in die Nationalbibliothek gelangt und wurden dort mit dem verräterischen Kürzel "P38" versehen.Wie DER STANDARD am 2. Mai berichtete, hatte der Rückgabebeirat bereits am 26. Juni 2000 empfohlen, den Teilnachlass rückzustellen. Doch die Mitarbeiter von Kulturministerin Elisabeth Gehrer forderten immer wieder neue Dokumente von Becher Roda, der von einer "Verzögerungstaktik" sprach: Er hatte längst bewiesen, dass er seit dem Tod seiner Mutter 1992 Alleinerbe nach Roda Roda ist. Der Nachlass umfasst 313 Signaturen zu Manuskripten und 493 Briefe von Egon Friedell, Hugo von Hofmannsthal, Max Mell, Thomas und Heinrich Mann, Alfred Polgar, Rainer Maria Rilke, Adele Sandrock, Bertha von Suttner, Frank Wedekind u. a. an Roda Roda. Becher Roda spricht sich für einen Verbleib der Materialien in Österreich aus: "Da gehören sie hin." (trenk /DER STANDARD, Printausgabe, 25.7.2002)