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Wolfgang Schüssel mit seiner Frau Christa und Peter Habeler

Foto: APA/Techt
Perchtoldsdorf - Ein Bergbuch über des Kanzlers Wanderlust hat Journalisten, Politikerkollegen und Bekannten Wolfgang Schüssels Mittwochvormittag eine Hügelwanderung beschert. Wolfgang Schüssel lud zu einem rund einstündigem Marsch auf den Parapluieberg in Niederösterreich, wo auf einer zünftigen Hütte das Epos "Bergwärts" vorgestellt wurde. In dem von Schüssels Berg- und Parteifreund Albert Steidl verfassten Büchleins werden 50 gemeinsame Wandererlebnisse geschildert, versehen mit Illustrationen des VP-Chefs. In der Wanderrunde fanden sich unter anderen Schüssels Ehefrau Christa und seine Tochter Nina sowie Styria-Chef Horst Pirker, dessen Verlag das Buch herausgegeben hat, und Star-Bergsteiger Peter Habeler. Letzterer schilderte bei der Buchpräsentation auf der Teufelstein-Hütte einige Wandererlebnisse mit dem Kanzler. So habe Schüssel etwa bei widrigsten Bedingungen auf dem Großglockner seine Härte bewiesen und bei heiklen Passagen mit Ruhe und Gelassenheit brilliert. Besonders hob Habeler auch des Kanzlers Selbstständigkeit am Berg hervor: "Er hat nie einen Seilzug gebraucht." So wundert es denn auch wenig, dass der Star-Bergsteiger mit Schüssel noch große Pläne hegt: "Vielleicht probieren wir noch einen Achttausender", meinte Habeler schmunzelnd. Buchautor Steidl, langjähriger VP-Nationalratsabgeordneter, begründete seine Motive für das Verfassen des Buchs. Er hatte sich nämlich geärgert, dass Schüssel immer wieder als schmallippiger, kühler Politiker dargestellt worden sei. Gerade am Berg habe der Kanzler aber immer wieder gezeigt, was für ein außerordentlich gefühlvoller Typ er sei: "Herzenskälte kann man beim Bundeskanzler in keinster Weise feststellen." Mit seinem Buch versuche er nun, einen Beitrag zur Persönlichkeit Schüssels aus seiner Sicht darzustellen. Schüssel selbst zeigt sich bescheiden. Das Buch sei ohne sein aktives Zutun entstanden. Er habe es "halt geschehen lassen". Nun, wo das Werk aber vor ihm liege, habe er "eine rechte Freude damit". Zu seinen Illustrationen im Buch fügte der Kanzler an, dass diese nicht im Nachhinein entstanden seien, sondern jeweils nach den Wanderungen auf Wunsch Steidls in dessen Tourenbuch gezeichnet wurden. Daher möge die Qualität in dem einen oder anderen Fall gelitten haben. Abschließend hielt der Kanzler noch ein Plädoyer für das Wandern. Dieses ermögliche das Entdecken der Langsamkeit und des eigenen Körpergefühls. Wichtig sei nicht die Höhe des zu erklimmenden Bergs, sondern das Natur- und Gemeinschaftserlebnis. (APA)