Die Diskussion rund um die Patentansprüche und mögliche Lizenzgebühren im Falle von JPEG könnten bald zum Ende des Bildkompressionsstandards führen. Laut einem Bericht von The Register und einem sehr interessanten Interview mit den beiden Streitparteien, würde eine zu zahlende Lizenz für JPEG das Ende des Bildkompressionsstandards als ISO Standard bedeuten. Forgent Networks gegen den Rest der Welt Wie der WebStandard berichtete ( JPEG nicht mehr gratis und Kampf um freies JPEG ) will die texanische Firma Forgent Networks Lizenzgebühren für JPEG einheben. Eine Forderung die die JPEG ("Joint Photographic Experts Group") - und mit ihr wohl auch der Rest der Welt - strikt ablehnt. JPEG vs. Forgent Im Interview mit "The Register" sprechen Richard Clark, Mitglied des JPEG committee und JPEG.org-Webmaster, und Hedy Baker, PR-Managerin von Forgent über die Zukunft von JPEG und den Streit rund um die Lizenzgebühren. Laut Clark würde eine Einhebung von Lizenzgebühren - nach 20 Jahren ohne das Patentansprüchen angemeldet wurden - zu einer sofortigen Streichung von JPEG aus den ISO-Standards führen, da die Ansprüche gegen die Richtlinien "frei erhältlich " und "Reasonable and non discriminatory" (RAND) der ISO Standards widersprechen. "JPEG will be no more" Im Interview sagt Clark über die Auswirkungen einer solchen Streichung: "JPEG will be no more." Noch werden allerdings die Patentansprüche von Forgent Networks vom JPEG-Committee nicht anerkannt. Alles rechtmäßig Für Forgent ist dagegen alles rechtmäßig und auch die Patentansprüche völlig gerechtfertigt. Die PR-Managerin spricht von Lizenzgesprächen mit vielen Herstellern und möglichen Auswirkungen. Auch Browser-Hersteller wären von den Lizenzzahlungen betroffen. Für das JPEG-Committee stellt sich jetzt die Frage nach möglichen Nachfolgern und Auswegen aus der Krise. Anwendern bleibt vorläufig nur eine Wahl zusehen, abwarten und hoffen.(red)