Genf - Der am Dienstag in New York neu ernannte UNO- Menschenrechtskommissar Sergio Vieira de Mello ist seit 1969 im Dienst der UNO. Er übernimmt am 12.September das Amt von Mary Robinson, die nach fünf Jahren zurücktritt.USA begrüßen Wahl Die USA begrüßten die Wahl de Mellos durch die UNO-Generalversammlung. In Genf, wo er seit 28 Jahren im UNO- Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) tätig ist, wurde die Neuigkeit ebenfalls positiv aufgenommen. Der in Brasilien geborene Sohn eines Diplomaten war am Montag von UNO-Generalsekretär Kofi Annan nominiert worden. Am Dienstag bestätigte die UNO-Generalversammlung in New York die Nomination. Vieira de Mello kennt die komplexen Strukturen der Vereinten Nationen. Statt sie wie seine Vorgängerin zu kritisieren, zeigte er sich kompromissbereit mit der schwerfälligen Organisation der UNO. Vieira de Mello hat keine Scheu vor der Presse. Er ist ein eloquenter Kommunikator, der fließend Französisch, Englisch und Portugiesisch spricht. Delegierter des Hochkommissariat für Flüchtlinge Vieira de Mello hat als Delegierter des UNHCR Erfahrungen in zahlreichen Konfliktgebieten gemacht. Als Chef der UNO-Verwaltung für Osstimor (UNTAET) vermittelte er im Konflikt um die Unabhängigkeit Osttimors von Indonesien. Von 1971-72 war er in Bangladesch tätig. 1973-74 arbeitete er im Sudan, 1974-75 war er auf Zypern, danach zwei Jahre in Mosambik und von 1978 bis 1980 in Peru. Bevor er zurück nach Genf kam, arbeitete der heute 54-Jährige von 1981 bis 1983 im Libanon. Von 1988 bis 1990 war er UNO-Sonderbeauftragter in Kambodscha. In den 90er Jahren war er komissarisch für die UNO-Verwaltung im Kosovo zuständig. 1999 verliess er seinen Posten als Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten im New Yorker UNO-Hauptquartier, um interimisisch die UNO-Mission im Kosovo zu führen. "Der Posten ist ein Minenfeld Nach seiner Ernennung in New York, sagte Vieira di Mello: "Der neue Posten ist ein Minenfeld. Mein Leben ist eine Folgerung von Minenfeldern. Daher beunruhigt mich die Stelle nicht." Ein Diplomat sagte, Vieira de Mello wisse wo die Grenzen sind. Seine Vorgängerin Robinson erntete heftige Kritik von Russland und China, weil sie angeblich Grenzen überschritten hatte. Sie hatte auch, zum Ärger der US-Amerikaner, die USA wegen ihres Umgangs mit den im US-Militärstützpunkt Guantanamo auf Kuba gefangen gehaltenen Kämpfern der radikal-islamischen Taliban und El Kaida aus Afghanistan kritisiert. Vieira de Mello wurde am 15. März 1948 in Rio de Janeiro geboren. Er studierte in Paris, wo er seinen Doktor in Philosophie machte. Mary Robinson war 1997 für vier Jahre nominiert worden. Sie löste den aus Ecuador stammenden Jose Ayala Lasso ab. Robinson hatte ihr Mandat letztes Jahr um ein Jahr verlängert.(APA/sda)