Rom - Der Polizeichef von Bologna muss sich Presseberichten zufolge vor der Untersuchungskommission zum Mord am italienischen Regierungsberater Marco Biagi verantworten. Romano Argenio hatte nur wenige Monate vor dem Attentat den Abzug der Leibwächter Biagis angeordnet. Er wolle in den kommenden Tagen beweisen, dass er sich bei dem Schritt rechtmäßig verhalten habe, berichtete die Tageszeitung "La Repubblica" am Mittwoch unter Berufung auf Argenios Anwalt. Sein Klient habe die Gefahr für Biagi zu keinem Zeitpunkt falsch eingeschätzt, zitierte das Blatt den Anwalt. Die italienische Justiz konnte die Berichte zunächst nicht bestätigen. In Briefen, die nach dem Attentat im März aufgetaucht waren, hatte Biagi bei befreundeten Regierungsmitgliedern um die Wiedereinsetzung seiner Eskorte gebeten. Der Arbeitsrechtsexperte war im März von Mitgliedern der linksgerichteten "Roten Brigaden" vor seinem Haus in Bologna erschossen worden. Zu dem Mord an dem 51-jährigen hatte sich eine Nachfolgeorganisation der linksterroristischen Organisation Rote Brigaden bekannt. Biagi war vor seinem Haus im Zentrum von Bologna erschossen worden. Er hatte an einer umstrittenen Arbeitsrechts-Reform der Regierung von Silvio Berlusconi mitgearbeitet.(APA)