Brüssel - Eine "grobe Manipulation der Ergebnisse und der Debatten" im Brüsseler Konvent zur EU-Reform hat dessen Mitglied Johannes Voggenhuber (G) dem Präsidenten des Gremiums, Valery Giscard d'Estaing, vorgeworfen. Während der Sommerpause des Konvents spiele Giscard mit Beiträgen für die "Süddeutsche Zeitung" und "Le Monde" ein "persönliches Spiel", meinte Voggenhuber am Mittwoch. "Offenbar hat er den Moment für diesen schweren Vertrauensbruch mit Bedacht gewählt, denn der Konvent kann ihn nicht korrigieren", kritisierte der österreichische Grünen-Politiker, der dem Konvent als Europa-Parlamentarier angehört. Giscard habe völlig ignoriert, dass eine breite Mehrheit unter anderem die Innere Sicherheit vergemeinschaften wolle und die EU-Grundrechte-Charta rechtsverbindlich machen wolle. Die Forderung nach einem Europäischen Kongress zur Besetzung höchster EU-Ämter sei hingegen eine "Privatmeinung des Präsidenten", meinte Voggenhuber. Diese Idee hatte auch der SPD-Europapolitiker Klaus Hänsch skeptisch beurteilt. "Der Kongress ist eine alte französische Idee, die durch Wiederholung nicht besser wird", sagte Hänsch, der im Präsidium des Konvents sitzt, am Dienstag.(APA/dpa)