Washington/Wien - Nach Informationen des „Wall Street Journals“ wollen die US-Bundesbehörden gegen zwei frühere WorldCom-Spitzenmanager Anklage wegen Betrugs erheben. Auch gegen das Unternehmen selbst, schreibt die Zeitung, seien solche Schritte geplant. Der Fortbestand des Telekom-Riesen, der am Montag Gläubigerschutz nach Chapter 11 angemeldet hat, sei dadurch gefährdet. Auch der frühere Chef des Unternehmens, Bernhard Ebbers, sei im Visier der Fahnder, heißt es. Davor sollen jedoch der ehemalige Finanzchef des Unternehmens, Scott Sullivan, und der ehemalige Controler, David Myers, unter Druck gesetzt werden, um Beweise gegen Ebbers zu sammeln, schreibt das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Informanten aus dem US-Justizministerium. Sullivan gilt als der Architekt der mutmaßlichen Bilanzmanipulationen bei WorldCom. Myers soll gegenüber Firmenangestellten zugegeben haben, von den frisierten Bilanzen gewusst zu haben. Die Telekom-Firma soll, wie berichtet, ihre Umsätze mit Falschbuchungen von 3,85 Milliarden Dollar künstlich aufgebläht haben. Sollten die Manipulationen nachgewiesen werden, wäre dies der größte Bilanzbetrug in der US-Geschichte. Verhaftungen Bereits am Mittwoch wurden John Rigas, der Firmengründer des ebenso tief in die US-Bilanzskandale verwickelten Kabelfernsehunternehmens Adelphia, zwei seiner Söhne und zwei Ex-Manager verhaftet. Ihnen wird Bilanzbetrug und Verschwörung zum Wertpapierbetrug vorgeworfen. In der strafrechtlichen Klageschrift wird Rigas und seinen Familienmitgliedern angelastet, sie hätten "das Unternehmen auf massive Weise geplündert und als persönliches Sparschwein der Rigas-Familie benutzt". US-Präsident George W. Bush begrüßte nach Angaben seines Sprechers, Ari Fleischer, die Verhaftungen. Diese würden den Willen des Präsidenten belegen, mit energischer Strafverfolgung die Interessen von Anlegern und Beschäftigten zu schützen, sagte Fleischer.(red)