Korruption unter den Bekämpfern der OK ("Organi-sierte Kriminalität") in der Polizei. Dazu Korruption, die sich als organisierte Kriminalität darstellt, unter den Betriebsprüfern der Finanzlandesdirektion Innsbruck. Kann man das hochrechnen auf eine allgemeine Korruptionsanfälligkeit des öffentlichen Dienstes in Österreich? Nein, auch wenn jeder von uns seine kleine Geschichte erzählen könnte. Bei den beiden Großkorruptionsfällen in Wien und Innsbruck kommen zwei spezifische Situationen zusammen: auf der einen Seite finanzstarke osteuropäische biznesmeni (wie der russische Ausdruck lautet) bzw. österreichische Firmen, auf der anderen Seite relativ schlecht bezahlte Fahnder und Finanzbeamte. Der dritte Faktor ist aber offenbar mangelnde Kontrolle in den Behördenleitungen. Das gilt nicht nur für das Innen- und das Finanzministerium, sondern für viele andere Bereiche, etwa auch im Magistrat Wien, wo Beamte millionenträchtige Vergabeentscheidungen zu treffen gaben. Apropos Stadt Wien: Angeblich hat ein Mitglied der Stadtregierung Ostmafiosi begünstigt. Allerdings muss man dazu sagen, von wem die Beschuldigung kommt: von einem Polizisten, der selbst in U-Haft sitzt. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.7.2002)