Das Wiener Technologieunternehmen Topcall, das im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen geschlittert ist, hat wieder Tritt gefasst. "Wir haben Verlustbringer abgegeben, sind schlanker geworden und haben von April bis Juni zum ersten Mal seit fünf Quartalen Gewinn gemacht", sagte Finanzvorstand Christoph Stockert dem STANDARD. "Im laufenden Jahr sollten wir wieder nachhaltig schwarze Zahlen schreiben."Im Vorjahr war das Betriebsergebnis (Ebit) mit 5,3 Mio. Euro negativ. Der Verlust vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (Ebitda) machte 58.000 Euro aus. Im zweiten Quartal dieses Jahres war das Ebit mit 962.000 Euro positiv nach minus 480.000 in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Das Ebitda verzehnfachte sich auf 1,38 Mio. Euro. Bedingt durch den im vergangenen August erfolgten Verkauf der verlustträchtigen Tochter A-Consult, stagnierte der Umsatz in der Berichtsperiode bei gut acht Mio. Euro. Für das Gesamtjahr peilt Stockert ohne A-Consult ein zehnprozentiges Umsatzwachstum auf rund 32,6 Mio. Euro an. "Das ist unsere Kernkompetenz, dort sehen wir Wachstumsmöglichkeiten" Das an der Brüsseler Wachstumsbörse Nasdaq Europe notierte Unternehmen will sich verstärkt auf die Integration von Daten, Fax, E-Mail und Sprache in einem System konzentrieren. "Das ist unsere Kernkompetenz, dort sehen wir Wachstumsmöglichkeiten", sagte Stockert. Nachdem das Unternehmen wieder Tritt gefasst hat, will sich Stockert verstärkt wieder um die Aktionäre kümmern, wobei ihm einer Notierung auch an der Wiener Börse vorschwebt. "Die Nasdaq Europe ist mehr und mehr ein sinkendes Schiff, die Umsätze sind elend, die Kosten hoch", sagte der Finanzvorstand. Erste Gespräche mit Repräsentanten der Wiener Börse habe man bereits geführt und sei durchaus auf Interesse gestoßen. "Dieses Vorhaben wollen wir jetzt vorantreiben", sagte Stockert. (stro, DER STANDARD PRINTAUSGABE)