Leo McKern, der am Dienstag im Alter von 82 Jahren nach längerem Leiden im englischen Traditionskurort Bath starb, war ein vor allem in Großbritannien prominenter Film-, TV- und Theaterschauspieler gewesen, der gerne zwischen ernsten und komischen Rollen wechselte. Der 1920 im australischen Sidney Geborene mit dem urbritischen Vornamen Reginald dürfte aber auch jedem mit Interesse für die Ära des "Swinging London" wohl vertraut sein. Als Gegenspieler der Beatles in Richard Lesters "Help!" (1965) etwa. Oder als "Nummer Zwei", später "die vormalige Nummer Zwei", in der legendären Op-Pop-TV-Serie "The Prisoner" mit "Nummer Sechs" Patrick McGoohan. Oder als Darsteller im Umkreis des komischen Wahnwitzes Peter Sellers, in "The Running Jumping & Standing Still Film" (1959), "The Mouse That Roared" ("Die Maus, die brüllte", 1959) und "Mr. Topaze" (1961). 1975 war er dann in Gene Wilders parodistischem "Adventure of Sherlock Holmes' Smarter Brother" der Bösewicht Moriarty. Freilich profilierte sich McKern vorerst in ernsten Rollen. Nach einem Soldatendasein in Neuguinea wanderte er 1946 von Australien nach England aus und trat gleich in die Royal Shakespeare Company ein. Ziemlich am Anfang seiner Filmkarriere steht erst mit "X the Unknown" ein klassisch bizarres Horror-Science-Fiction-Produkt der Hammer-Studios, dann engagierte ihn schon Joseph Losey für "Time Without Pity" ("Teuflisches Alibi", 1956), später auch für "King & Country" ("Für König und Vaterland", 1964). 1961 folgte eine Hauptrolle im Science-Fiction-Klassiker "Der Tag, an dem die Erde Feuer fing", 1966 spielte er als Cormwell in "A Man for all Seasons" im Dramafach - wie auch unter David Lean ("Ryans Tochter", 1970) oder später in Karel Reisz' "The French Lieutenant's Woman" ("Die Geliebte des französischen Leutnants", 1981). (* hcl *)