Washington - Die Stärke der Wirtschaft wird die USA ungeachtet der jüngsten Bilanzskandale und Firmenpleiten durch die momentanen Schwierigkeiten tragen, erklärte US-Finanzminister Paul O'Neill am Donnerstag in einer Rede vor Unternehmensvertretern. Als wichtige Säule für die Rückgewinnung des Vertrauens der Investoren bezeichnete O'Neill das am Mittwoch vom Vermittlungsausschuss des Kongresses beschlossene Gesetz gegen Bilanzfälschung, mit dessen Verabschiedung schon in Kürze gerechnet wird.Bis 3,5 Prozent Wachstum Die zweite Säule ist nach Worten des Ministers die von der Börsenaufsicht für den 14. August gesetzt Frist, bis zu der die großen Unternehmen Zertifikate für die Richtigkeit ihrer Bilanzen vorlegen müssen. "Ich bin überzeugt, dass kein Vorstandsvorsitzender das Risiko eingehen wird, falsche Urkunden vorzulegen", sagte O'Neill. Er sagte ein Wachstum der US-Wirtschaft von drei bis 3,5 Prozent bis Jahresende voraus. Derzeit gebe es eine große Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Wirtschaftsstärke des Landes und der gedrückten Stimmung an den Börsen. Früher oder später würden sich die Finanzmärkte aber wieder auf die wirtschaftlichen Fundamentaldaten besinnen. Rücktritt abgelehnt Der Minister, der wegen seiner Zurückhaltung angesichts der Kursverluste an der New Yorker Börse scharf kritisiert worden war, lehnte einen Rücktritt ab. Solange US-Präsident George W. Bush mit ihm zufrieden sei, werde er bleiben. (APA/dpa)