Sydney - Mit äußerst zweifelhaften Mitteln macht eine Gruppe australischer Väter derzeit Kampagne gegen geschiedene Frauen, um nach eigenen Angaben für den "Schutz von Ehe, Familie und Kindern" zu kämpfen. Wegen ihrer "feigen und einschüchternden" Vorgehensweise droht den rund 300 Mitgliedern der Bewegung "Blackshirts" nun ein Verfahren, wie die Justizbehörden des südöstlichen Bundesstaates Victoria am Donnerstag mitteilten. Die Männer tragen bei ihren öffentlichen Auftritten Gesichtsmasken und paramilitärische Uniformen und haben bisher vor den Häusern von rund einem Dutzend geschiedener Frauen Proteste organisiert, die sie als "moralisch verdorben" betrachten. Die militanten Familienväter protestieren auch bei Scheidungsprozessen vor Gericht. Sie werden beschuldigt, Drohanrufe bei geschiedenen Frauen zu tätigen und Flugblätter gegen die von ihnen ins Visier genommenen Opfer zu verteilen. Manche Frauen sollen öffentlich per Megaphon wegen angeblicher sexueller Verfehlungen angeprangert worden sein. Der Anführer der "Blackshirts", John Abbott, sieht seine Bewegung als "Kreuzzug" zum Erhalt der Institution der Ehe. Seine Männer seien "Helden" und sollten auch als solche betrachtet werden, erklärte er. Dagegen warnte der Generalstaatsanwalt von Victoria, Rob Hull, in einem Schreiben an Abbott, das Verhalten seiner Gruppe sei kriminell. Sollte die Kampagne nicht eingestellt werden, drohen den Männern rechtliche Schritte. (APA)