Wien - Die "besonderen Ermittlungsmethoden" - die 1999 befristet eingeführt und seit Anfang 2002 unbefristet gelten - werden weiterhin zurückhaltend eingesetzt. Auch im Jahr 2001 gab es, wie in den beiden Jahren davor, keine Rasterfahndung. Es wurde nur ein Antrag (2000: fünf) für einen "großen Späh- und Lauschangriff" bewilligt und nur drei Mal (2000: vier) ein "kleiner Späh- und Lauschangriff". Gestiegen ist hingegen der Einsatz bloß optischer Überwachungen (81 nach 71 im Jahr 2000) und auch der Telefonüberwachungen (787 nach 759), geht aus dem vom Justizministerium erstellten Teil des Sicherheitsberichtes 2001 hervor. Die Mehrzahl der Überwachungen war nicht erfolgreich, führte also nicht zur Aufklärung bzw. Verhinderung eines Verbrechens: In 45 (2000: 41) Fällen - gezählt wird nach Gerichtsakten - wurde der gewünschte Erfolg nicht erreicht, in 33 Fällen (2000: 30) waren die Behörden erfolgreich. Die optischen bzw. akustischen Überwachungen richteten sich gegen insgesamt 152 Verdächtigte (2000: 109) und zumindest elf weitere Personen (2000: 89). Die Aufnahmen der "weiteren" Personen wurden nach deren Verständigung gelöscht. Gegen 50 (2000: 19) weitere Personen wurde auf Grund durchgeführter Überwachungen ein Verfahren eingeleitet. Beschwerden gegen Überwachungen gab es 2001 keine. Handyüberwachung Bei den Lauschangriffen bzw. Überwachungen ging es vor allem um Delikte gegen fremdes Vermögen (71 Fälle) und in drei Fällen um Delikte gegen Leib und Leben. In zwei Fällen richteten sich die besonderen Ermittlungsmethoden gegen "kriminelle Organisationen" nach Par. 278a StGB. Der Einsatz der Telefonüberwachung ist nach einem "Sprung" im Jahr 2000 von zuvor 496 auf dann 759 Fälle im Vorjahr wieder geringer auf 787 Fälle gestiegen; in 28 Fällen wurde im Vorjahr ein Antrag mangels hinreichenden Tatverdachts nicht bewilligt. Von den Überwachungen waren insgesamt 1.721 Anschlüsse (2000: 1.479) - häufig auch Handys - betroffen; 431 davon wurden wegen "Gefahr im Verzug" zunächst auf Grund einer Anordnung des U-Richters mit erst nachträglicher Genehmigung der Ratskammer überwacht. 305 Anschlüsse wurden mit Zustimmung des Anlageninhabers überwacht. Bei 1.257 (2000: 1.069) Anschlüssen, also dem Großteil, wurden nur die so genannten äußeren Gesprächsdaten - genannt "Rufdatenerfassung" - erhoben. Der Gesprächsinhalt wurde bei 464 (2000: 410) Anschlüssen überwacht. Die Zulässigkeit der Rufdatenerfassung und der Standortfeststellung - für Handys - wurde mit dem vor kurzem vom Nationalrat beschlossenen Strafrechtsänderungsgesetz 2002 ausdrücklich gesetzlich geregelt. Die Telefonüberwachung wird für ein breites Spektrum von Delikten eingesetzt, zu etwa 23 Prozent spielten Verstöße gegen das Suchtmittelgesetz eine Rolle. Nur in einem Fall (2000: drei) wurde laut Sicherheitsbericht gegen die Anordnung der Überwachung - erfolglos - Beschwerde erhoben. "Dies kann als Indiz dafür gewertet werden, dass Telefonüberwachungen nur in wirklich begründeten Fällen beantragt und bewilligt werden." (APA)