Wien - Rohes Fleisch ist empfindlich. Bei zu warmer Lagerung vermehren sich Verderbnis erregende Keime rasant. Bei einem Test des Verbraucherschutzmagazins "Konsument" (August-Ausgabe) stellte sich heraus, dass jede zweite von 100 Proben nicht gut gekühlt war. Die Schweinekoteletts, denen die Tester gleich nach dem Einkauf mit einem Thermometer zu Leibe rückten, stammten aus Geschäften in mehreren Bundesländern. Dabei zeigte sich: Fleischhauer schnitten insgesamt nicht besser ab als Supermärkte. Je niedriger die Kühltemperatur, desto besser für Schnitzel Je niedriger die Kühltemperatur, desto besser für Schnitzel & Co.: Ein bis zwei Grad Celsius sind laut "Konsument" ideal, zwei bis vier Grad gut, vier bis sechs Grad gerade noch akzeptabel. Die Tester kauften groß ein: Bei 100 Proben von Schweinekoteletts, erstanden bei selbstständigen Fleischhauern, Fleischereiketten, in Supermärkten und bei Diskontern aus Wien und Umgebung, Salzburg, Tirol und der Steiermark, wurde mit einem Stichthermometer die Kerntemperatur im Inneren festgestellt. Bei jeder fünften Probe wurden bis zu vier Grad Celsius festgestellt. Bei mehr als jeder zweiten Probe ermittelte "Konsument" aber mehr als sechs Grad: Die Ware stammte "entweder aus zu warmen Kühlregalen oder war unzureichend gekühlt transportiert und erst kurz vor unserem Einkauf in Regal oder Vitrine gelegt worden". 17 Koteletts brachten es sogar auf mehr als neun Grad. Ob großer Markt oder kleines Geschäft, keine Betriebsform ist laut "Konsument" frei von Mängeln: "Fleisch mit Kerntemperaturen von mehr als sechs Grad gab es für uns bei jedem zweiten Fleischhauer, in jedem zweiten Supermarkt und bei jedem zweiten Diskonter." Ebenso wenig könnten Empfehlungen für bestimmte Handelsketten gegeben werden. So hohe Werte wie in Wien habe es in keinem anderen Bundesland gegeben. Am vergleichsweise besten habe Salzburg abgeschnitten. Einkaufstipps: Kein Fleisch mit angetrockneten oder grauen Schnittflächen kaufen. Fleischsaft in der Packung ist ebenfalls kein Zeichen für Frische. Bei verpackter Ware das Verbrauchsdatum nicht überschreiten. Rohes Fleisch auf kürzestem Weg nach Hause bringen, gut kühlen und bald verarbeiten. Was nicht gleich verbraucht wird, ist ein Fall für die Tiefkühltruhe. Verpackt hält eingefrorenes Schweinefleisch immerhin drei Monate. (APA)