Eisenstadt - Rapid Wien gegen Arsenal London hätte einer der Höhepunkte der vielen Fußball-Testspiele werden sollen, endete aber am Samstag im Lindenstadion von Eisenstadt mit einem unrühmlichen Abbruch. Nachdem Rapid-Ultras unter den 11.400 Zuschauern zunächst Raketen abgefeuert und Feuer entzündet hatten, begann eine Schlägerei, die schließlich beim Stand von 0:0 in der 69. Minute zum Abbruch führte. "Diese Leute sind keine Rapid-Fans. Wer identifiziert werden kann, wird auf Lebenszeit mit Stadionverbot belegt", erklärte ein verärgerter Rapid-Präsident Rudolf Edlinger.Zuschauer flüchteten aufs Spielfeld Das Freundschaftsspiel zwischen Österreichs Rekordmeister und dem englischen Champion mit den Superstars Thierry Henry und Sylvain Wiltord war nur auf dem Rasen eine freundschaftliche Angelegenheit. Die Fans auf den Rängen nützten die Partie zu Randalen. Als in der 67. Minute eine Schlägerei zwischen Rapid-Fans ausbrach und die Polizei einschritt, eskalierte die Situation. Die Sicherheitskräfte wurden mit Flaschen und Sitzbänken beworfen, rund 200 unbeteiligte Zuschauer flüchteten auf das Spielfeld. "Wir griffen zu dem Trick" Schiedsrichter Fritz Stuchlik unterbrach das Spiel, "Rapid-Stimme" Andi Marek versuchte, die kleine Gruppe der Randalierer zu beruhigen. Stuchlik pfiff das Spiel nach einer Viertelstunde zwar wieder an, schickte die Spieler aber gleich danach in die Kabinen. "Die Sicherheit war nicht mehr gewährleistet. Wir griffen nach Absprache mit dem Einsatzleiter zu dem Trick, wieder anzupfeifen, das Spiel Richtung Kabine zu verlagern und dann abzupfeifen", erklärte Stuchlik. Schaden für den Verein Der Einsatzleiter der Polizei, Oberstleutnant Franz Füzi, hatte schon in der Vorwoche im Match von Rapid gegen St. Pauli mangelnde Sicherheitsvorkehrungen kritisiert. "Es gab keine Sektoreneinteilungen und der Ultrablock wurde nicht eigens isoliert. Die Polizisten sind heute mit Flaschen und Bänken beworfen worden, die Sicherheit war nicht mehr gewährleistet, darum habe ich auch angeraten, das Spiel abzubrechen", meinte Füzi. Bei einem Freundschaftsspiel habe man mit so etwas nicht rechnen können, ergänzte der Einsatzleiter. Die Polizei musste aus Sicherheitsgründen sogar in den Fanblock einschreiten, da die Menge zu laufen begann. "Wir möchten uns bei Arsenal und den 99 Prozent friedlichen Zuschauern für diese Radau-Brüder entschuldigen. Wir sehen die Leute als Schaden für den Verein", sagte Rapid-Pressesprecher Peter Klinglmüller.(APA)
  • Rapid Wien - Arsenal 0:0 (0:0)
    Eisenstadt - Abbruch 69. Minute