Wien - Nach dem Fleischtest Anfang der Woche macht die Wiener Arbeiterkammer erneut auf Mängel im Lebensmittelhandel aufmerksam: Bei einem Käsetest wurde von 22 untersuchten Supermärkten der Bundeshauptstadt jeder Dritte beanstandet. Vor allem im Vorbereitungsbereich mangle es an Hygiene. Kritikpunkte der Tester waren vor allem fehlende Hygieneeinrichtungen und schlechte Kühlung. Durchgeführt wurde die Untersuchung von der Wiener Lebensmittelversuchsanstalt. Der Vorbereitungsbereich wurde laut AK in drei Viertel der Supermärkte beanstandet. Typische Beanstandungen waren hier fehlende Seifenspender, unsaubere Geräte oder viele Fliegen. Im Verkaufsbereich wurden vor allem schmutzige Belüftungsschlitze im Vitrinenbereich, schlechte Kühlung, ungenaue Temperaturanzeige und überschrittene Mindesthaltbarkeitsdaten kritisiert. Bei den Bedienungstheken waren 57 Prozent der untersuchten Supermärkte nur "Durchschnittlich" bis "Nicht zufriedenstellend", hieß es. Untersdurchschnittliche Filialen Am schlechtesten schnitten bei dem Test die Filialen von Adeg in der Hernalser Hauptstraße und Interspar in der Landstraßer Hauptstraße ab. Sie wurden von der Arbeiterkammer als unterdurchschnittlich bewertet. Als durchschnittlich beurteilten die Tester Spar in der Simmeringer Hauptstraße, Interspar in der Niederhofstraße, Billa in der Oberen Augartenstaße, Billa am Schlickplatz und Magnet in der Nordwestbahnstraße. Die Arbeiterkammer fordert auf Grund der Ergebnisse mehr Kontrollen durch die Lebensmittelaufsicht und eigene Tests der Betriebe, speziell im Vorbereitungs- und Bedienungsbereich. Bei Mängeln müsse der Konzern zur Rechenschaft gezogen werden, nicht wie bisher üblich die Angestellten, die "keine wirklichen Entscheidungsbefugnisse" hätten, so die AK. (APA)