Belgrad/Den Haag - Der wegen Kriegsverbrechen auf dem Gebiet der ostkroatischen Stadt Vukovar angeklagte jugoslawische General Mile Mrksic wird bis zum Prozessbeginn vor dem UNO-Tribunal in Den Haag im Tribunalsgefängnis Scheveningen bleiben. Der Tribunalssenat hatte am Mittwochabend einen entsprechenden Antrag von Mrksic zurückgewiesen, bis zum Prozessbeginn freigelassen zu werden. Der Belgrader Sender B-92 meldete dazu, dass der Tribunalssenat schon in erster Instanz zum ersten Mal nicht die Bürgschaft akzeptiert habe, welche die jugoslawische Regierung für Mrksic erteilt habe. Mrksic hatte sich nämlich auf die Aufforderung der Belgrader Behörden Anfang Mai dem UNO-Tribunal freiwillig gestellt. Der Senat hat in seinem Beschluss darauf hingewiesen, daß seitens der jugoslawischen Behörden noch immer nicht die zwei Mitangeklagten von Mrksic, Veselin Sljivancanin und Miroslav Radic, festgenommen worden seien. Es handelt sich bei diesen um die so genannte Vukovar-Troika, jene drei jugoslawischen Offiziere, welchen das Massaker an mehr als 200 Nicht-Serben auf einem Landgut bei Vukovar im Spätherbst 1991 angelastet wird. Die Anwälte von Mrksic, die Einspruch angekündet haben, hatten den Antrag für die vorläufige Freilassung auch mit den Gesundheitsproblemen des Generals begründet.(APA)