Wien - Die Opernballdemo 2001 beschäftigt knapp eineinhalb Jahre später noch immer die Gerichte. Am Donnerstag musste sich ein 21-jähriger Student wegen Körperverletzung und versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt im Wiener Landesgericht verantworten. Er soll einen Beamten niedergestoßen und auf den am Boden Liegenden eingetreten bzw. -geschlagen haben. "Das stimmt überhaupt nicht", sagte der junge Mann. Das Verfahren wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Vorfall, bei dem der mit einem Schild und einem Schienbeinschutz ausgerüstete Polizist eine Prellung der linken Kniescheibe und eine Schürfwunde erlitt, soll sich in der Nähe der Secession zugetragen haben. Madeleine Petrovic soll in den Zeugenstand Er habe damit nichts zu tun, beteuerte der Student. Er habe sich damals mit einem Freund und der Grünen Nationalratsabgeordneten Madeleine Petrovic unterhalten, als die Wega plötzlich die Demonstration "gestürmt" hätte. Dabei seien mehrere Personen, darunter auch die Politikerin, zu Sturz gekommen. "Da haben sie jemanden gebraucht, um zu rechtfertigen, dass eine Nationalratsabgeordnete am Boden liegt", sah sich der 21-Jährige als Opfer falscher polizeilicher Angaben. Beim nächsten Verhandlungstermin soll unter anderem auch Madeleine Petrovic im Zeugenstand befragt werden. Staatsanwalt Karl Schober bezeichnete die Opernball-Demo übrigens als "folkloristische Veranstaltung, die jedes Jahr wiederkehrt". Sie werde von einigen Teilnehmern dazu missbraucht, "unter dem Deckmantel des durchaus legitimen Demonstrationsrechts Gewalt gegen einschreitende Sicherheitskräfte zu üben". (APA)