Wien - Bei der am Mittwoch in Runde drei der T-Mobile Bundesliga gegen den GAK phasenweise groß aufspielenden Wiener Austria hieß das Lieblingswort nach Schlusspfiff "Kollektiv". Trainer Walter Schachner sprach trotz herausragender Leistungen von Roland Linz und Vladimir Janocko ein Pauschallob aus und bezeichnete das 3:0 (3:0) gegen die als Titelmitfavorit gehandelten Steirer als "Riesenschritt in die richtige Richtung". Sein Gegenüber Thijs Libregts konnte eine Woche vor der Champions-League-Qualifikation gegen Sheriff Tiraspol dagegen froh sein, dass es beim 0:3 geblieben ist.Vorbereitung im Triplepack Mann des Abends im Horr-Stadion war Jungstürmer Linz, der sich spritzig, trickreich und als dreifacher Vorbereiter der Tore durch Janocko (15., Elfmeter/40.) und Radoslav Gilewicz (21.) präsentierte. Ein Treffer blieb dem 20-jährigen zwar verwehrt, dennoch staunten 8.600 Fans, unter ihnen Teamchef Hans Krankl, über die gelungene Linz-Bewerbung als Sturmpartner von Gilewicz. "Wir müssen gewinnen, das ist das Wichtigste. Das Kollektiv zählt, da ist es egal wer spielt oder die Tore macht. Heute haben wir auf jeden Fall das erste Mal auch spielerisch voll überzeugt", analysierte der frühere Leoben-Stürmer zufrieden. Hochkarätige Konkurrenz Die Konkurrenz im hochkarätigen Austria-Offensiv-Ouintett mit Gilewicz, Mayrleb, Rushfeldt, Helstad und Linz sieht der jüngste der Angreifer als stark belebend an. "Konkurrenz braucht man. Wenn man sich aber da bei der Austria durchsetzt, dann kann man es überall schaffen. Und das will ich", so Linz ehrgeizig. Schachner war stolz Nach einer sensationellen halben Stunde, in der die Austria erstmals ihren Vorschusslorbeeren gerecht wurde, schalteten die Favoritener zwar einen Gang zurück, dennoch war selbst "Schoko" Schachner begeistert: "Ich bin stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein. Wir wollen dort hinkommen, dass wir über 90 Minuten so spielen. Wenn das aber jetzt schon klappen würde, wären die Spieler alle Genies." Auf dem richtigen Weg Doch Schachner scheint auf dem richtigen Weg zu sein, denn selbst nach Rotation durch die Ausfälle von Eric Akoto (gesperrt) und Thomas Flögel (verletzt) lief es wie geschmiert. "Wir sind als Mannschaft, als starkes Kollektiv aufgetreten. Trainiert wird nicht stur, sondern wir haben unsere Freiheiten. Und genau das haben wir heute auf dem Feld umgesetzt", sieht der in neuer, violett-weißer Haarpracht herausstechende Paul Scharner die Stärken der neuen Austria. "In unserem System kann eigentlich jeder machen was er will - wenn die Mitspieler mitmachen", erklärt Kapitän Michael Wagner das flexible "Schoko"-System (4-4-2 oder 3-5-2). Schachner hat es bisher jedenfalls verstanden, auch die Tribünen- und Banksitzer bei Laune zu halten.(APA)