Den Haag - Der Prozess gegen den früheren jugoslawischen Staatschef Slobodan Milosevic könnte sich auf Grund gesundheitlicher Probleme des Angeklagten weiter verzögern. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass Milosevic an einer Herz- und Gefäßkrankheit erkranken könnte, zitierte der Vorsitzende Richter des Kriegsverbrecher-Tribunals, Richard May, am Donnerstag aus einem vom Gericht in Auftrag gegebenen medizinischen Gutachten. Die Experten empfehlen demnach weitere Ruhepausen für den Angeklagten sowie die Betreuung durch einen Kardiologen. Milosevic lehnte einen Vorschlag des Gerichts ab, den Prozess mit Hilfe eines Anwalts fortzuführen. "Ich erkenne dieses Gericht nicht an", sagte der Ex-Staatschef. Er werde sich aus diesem Grund weiter persönlich verteidigen. Milosevic steht seit dem 12. Februar in Den Haag vor Gericht. Ihm werden Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während seiner Amtszeit zur Last gelegt.(APA)