London - Der britische Premierminister Tony Blair hat den USA Unterstützung für einen Angriff auf den Irak zugesagt, falls Bagdad weiterhin die Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren ablehnt. Die britische Tageszeitung "The Guardian" berichtete am Samstag unter Berufung auf US-Regierungskreise, Blair habe Präsident George W. Bush "im Prinzip" volle militärische und diplomatische Unterstützung für einen Angriff auf den Irak zugesagt. Auch der französische Staatspräsident Jacques Chirac habe seine prinzipielle Unterstützung erklärt. Der Angriff könnte bereits im Oktober erfolgen. Blair erklärte zuletzt am Donnerstag in einer Pressekonferenz, es gebe noch keine Entscheidung über das Vorgehen gegen den Irak. Nach Angaben des "Guardian" verlangt der britische Premier für eine Unterstützung eines von den USA geführten Militärschlags noch einen ernsthaften Versuch Washingtons, den Irak zu einer Rückkehr der UNO-Kontrollore zu bewegen. Außerdem müsse Bush der Weltöffentlichkeit eine "volle Erklärung" für sein Vorgehen liefern. In den USA werden derzeit nach dem Bericht drei Optionen eines Militärschlags gegen den Irak erwogen. Die erste sieht einen Kampfeinsatz von Gegnern des irakischen Präsidenten Saddam Hussein mit Unterstützung von 5.000 US-Soldaten und Unterstützung aus der Luft vor. Gegner fürchten eine Wiederholung des Desasters der gescheiterten Invasion auf Kuba 1961. Die zweite Option ist eine großflächige Invasion mit bis zu 250.000 Mann und schwerem Gerät. Allein das Zusammenziehen der Truppen würde Monate dauern. Als dritte Möglichkeit tauchte daher zuletzt ein Einmarsch mit 50.000 Soldaten auf, die direkt auf Bagdad marschieren sollen. Experten sprechen von einer "hochriskanten" Option, die aber auch rasch "hohe Gewinne" bringen könnte. Eine derartige Invasionsarmee könnte bereits im Oktober einsatzbereit sein. US-Rüstungsfirmen arbeiten nach Angaben des "Guardian" jedenfalls bereits rund um die Uhr an der Herstellung von Satelliten-gesteuerten, "smarten" Bomben, die gleichzeitig mit einer Invasion am Boden eingesetzt werden sollen. (APA/Reuters)