Wien - Das Wiener Filmfestival Viennale soll nun doch das aus der Konkursmasse der City Cinemas stammende Gartenbaukino erhalten. Dies teilten jedenfalls die konkurrierenden Interessenten, die Gesellschafter der City Cinemas, am Donnerstag in einer Aussendung mit. Masseverwalter Georg Freimüller war vorerst für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Im Juni waren die Kinos Cine und Gartenbau in einer Paketlösung aus der Konkursmasse an die Gesellschafter der City Cinemas vergeben worden. Der Masseverwalter revidierte nun offensichtlich diese Entscheidung und vergab das Gartenbau einzeln - zu einem höheren Preis: In der Aussendung wird ein Viennale-Gebot von 128.400 Euro für das Gartenbaukino genannt; der Paketpreis vom Juni für beide Kinos hatte 72.000 Euro betragen. Die City Cinemas wollen ihr Angebot nicht mehr erhöhen, sagte Gesellschafter Helmut Grasser. Dem Wiener Kulturstadt Andreas Mailath-Pokorny (S) warf er vor, durch Subventionierung der Viennale Partei ergriffen zu haben. Mailath-Pokorny weist Vorwürfe zurück Eine Bevorzugung der Viennale bei der Vergabe des Gartenbau-Kinos habe es nicht gegeben, reagierte Mailath-Pokorny auf die Vorwürfe der City Cinemas. Von der Entscheidung habe er noch nichts gewusst, betonte Mailath-Pokorny am Donnerstag. Er mische sich bewusst nicht in den Streit der Interessenten und die Entscheidung des Masseverwalters ein - "das könnte ich auch nicht". Der Auftrag des Masseverwalters sei klar definiert, er müsse im Interesse der Gläubiger handeln, so Mailath-Pokorny. Grundsätzlich sei nichts endgültig, solange nichts vom Konkursgericht beschlossen wurde: "Wir haben immer gesagt, wir wollen zwei Kinostandorte (Metro und Gartenbau, Anm.) erhalten, wer auch immer den Zuschlag bekommt. Wenn das die Viennale sein sollte, ist es mir sehr recht, aber von Bevorzugung kann keine Rede sein, das ist lächerlich". Die Vorwürfe der City Cinemas kann Mailath-Pokorny nicht nachvollziehen. Man habe ein Jahr lang verhandelt, darüber gebe es einen dokumentierten Schriftverkehr. Immerhin versuche die Stadt auch, einen Konkurs aufzufangen. Er habe außerdem immer klar gesagt, dass es erstmalig eine Kulturförderung für Film geben solle. "Es gibt auch keinen Fluss von Steuergeldern, sondern nur die Zusage, dass wir für zwei Kinostandorte einspringen, wer auch immer die betreibt", betonte der Stadtrat. (APA/red)