Tel Aviv - Die USA haben Israel aufgefordert, die strikten Beschränkungen für die Menschen in den besetzten und belagerten Palästinensergebieten aufzuheben und der Bevölkerung mehr Bewegungsfreiheit zu geben. Die Lage in den okkupierten Gebieten entwickle sich immer mehr zu einer humanitären Katastrophe, warnte US-Botschafter Dan Kurtzer bei einem Treffen den israelischen Außenminister Shimon Peres, wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete. Inzwischen lebten 70 Prozent der Palästinenser von weniger als etwa zwei Euro pro Tag. Jedes fünfte Kind leidet unter schwerer Unterernährung. Die Demarche der USA erfolgte nach dem Treffen von Repräsentanten des so genannten Nahost-"Quartetts" (USA, EU, UNO und Russland). Außenminister Peres habe den Vertretern des "Quartetts" Pläne unterbreitet, wie das Los der seit Monaten unter Ausgangssperren und Belagerung leidenden Bevölkerung insbesondere im Westjordanland erleichtert werden könnte. Unter massivem Druck des Auslands, insbesondere der USA, beschloss die Regierung von Ministerpräsident Ariel Sharon am Mittwochabend, von den blockierten Geldern zunächst 70 Millionen Schekel (etwa 15 Millionen Euro) an die Palästinenser zu überweisen. Israel schuldet der palästinensischen Autonomiebehörde Steuergelder in Höhe von rund zwei Milliarden Euro.(APA/dpa)