Stockholm - Der schwedische Schriftsteller Olof Lagercrantz ist am Dienstag im Alter von 91 Jahren in Drottningholm bei Stockholm gestorben. Der Autor trat vor allem als Lyriker hervor, hat aber auch Emmanuel Swedenborg und August Strindberg bedeutende Studien bewidmet. Lagercrantz, der viele Jahre aus gesundheitlichen Gründen in Südeuropa lebte, kehrte 1934 nach Schweden zurück und veröffentlichte ein Jahr später seinen ersten Gedichtband. Von 1940 bis 1951 arbeitete der Autor als Journalist und schrieb unter anderem für die Stockholmer Zeitung "Svenska Dagbladet". Bis 1975 war er Chefredakteur des Blattes "Dagens Nyheter", der führenden schwedischen Zeitung. Seine Lyrik war zunächst von traditionellen Formvorstellungen und Natursymbolik geprägt, später machten sich wie improvisiert wirkende Stilmittel und ein stärkeres intellektuelles Engagement geltend. Seine Autobiografie veröffentlichte Lagercrantz 1982 unter dem Titel "Mein erster Kreis". Der Schriftsteller hat auch als Übersetzer gewirkt und übertrug unter anderem Werke von Dante, James Joyce und Nelly Sachs ins Schwedische. 1965 erhielt er den renommierten Literaturpreis des Nordischen Rates. (APA/dpa)