St. Pölten - Als "Mord an den Seelen von Kindern" bezeichnete Staatsanwalt Peter Lanzrath in seinem Schlussvortrag die sexuellen Übergriffe des 65-jährigen Josef P. aus dem Bezirk Melk. Der Pensionist wurde vom Geschworenensenat am Landesgericht St. Pölten - nicht rechtskräftig - zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Während der Verhandlung war die Öffentlichkeit ausgeschlossen gewesen."Starker Sexualdrang" Sein starker Sexualdrang sei Schuld an dem jahrelangen Missbrauch seiner Töchter und weiterer drei Mädchen aus der Nachbarschaft gewesen, versuchte der Angeklagte seine Handlungen zu erklären. Er nahm dabei bewusst in Kauf, dass die Kinder schwer zu Schaden kamen. Nachdem die jüngere der beiden misshandelten Töchter auf Grund dieser Taten an massiven psychischen Störungen mit Suizidgefährdung leidet, spricht das Gesetz in diesem Fall auch von einer schweren Körperverletzung mit möglichen Dauerfolgen. "Schwerwiegendes Verbrechen" Die Geschworenen erklärten Josef P. in allen Anklagepunkten für schuldig. In der Urteilsbegründung wies der vorsitzende Richter Peter Rauch ausdrücklich darauf hin, dass es sich hier um ein sehr schwerwiegendes Verbrechen handelte, das über viele Jahre hindurch beinahe wöchentlich an den Kindern begangen worden war, wobei vor allem die beiden Töchter wehrlos extremen Qualen ausgesetzt waren. Als mildernd für das Strafausmaß wurden nur das Geständnis und die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten gewertet. Das Urteil von zwölf Jahren Haft ist nicht rechtskräftig. Josef P. erbat Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. (APA)