Hohenems - Die SPÖ Vorarlberg macht sich Sorgen um das Jüdische Museum Hohenems. Landtagsabgeordnete Olga Pircher hegt die Befürchtung, "dass alles beim Alten bleibt", wenn die angekündigte Umstrukturierung "weiter verzögert wird". Die Turbulenzen der letzten Jahre hätten gezeigt, "dass Verantwortlichkeiten und Kompetenzen klar geregelt werden müssen". Seit Monaten diskutiere eine Arbeitsgruppe über die künftige Organisationsform "ohne über die Ergebnisse zu informieren", kritisiert Pircher.Die neue Struktur des Museums werde bei der Generalversammlung des Trägervereins im Oktober präsentiert, kündigte Vereinspräsidentin Eva Häfele im Gespräch mit dem STANDARD an. Statt eines Vereines werden künftig zwei die Geschicke des Kulturbetriebes lenken. Der alte Trägerverein wird zum "Freundes- oder Förderverein" (Häfele) umgewandelt; ein neuer Verein wird Träger und "so etwas wie ein Aufsichtsrat für das Museum sein". Politiker und Beamte von Stadt, Land und Bund und Vertreter des Fördervereins werden im Vorstand sitzen, die Präsidentschaft wird zwischen Stadt und Land rotieren. Die Personalhoheit, immer wieder Zankapfel zwischen Museumsleitung und Stadt, soll von der Stadt auf den Trägerverein übergehen. Die inhaltliche Ausrichtung des Museums, im Vorjahr hatten Einmischungen von Stadtpolitikern zum Eklat geführt, wird künftig von einem wissenschaftlichen Beirat bestimmt. "Damit das Museum nicht vor sich hindämmern muss", bedürfe es zur Absicherung von Personal, Betrieb und Grundprogramm mehrjähriger Leistungsverträge, fordert Häfele. Über die Finanzierungsmodalitäten wird bei den Subventionsgebern noch diskutiert. (jub/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26. 7. 2002)