Hamburg/Berlin - Nach einem Wahlsieg wollen die deutschen Unionsparteien die Verteidigungsausgaben auf das Niveau von Frankreich oder Großbritannien anheben. CDU-Präsidiumsmitglied Wolfgang Schäuble sagte der Financial Times Deutschland von Donnerstag, mittelfristig müsse Deutschland "beim Verhältnis der Verteidigungsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt auf das Niveau vergleichbarer Bündnispartner kommen".Der ehemalige CDU-Chef und jetzige Vertreter für Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik im "Kompetenzteam" von Kanzlerkandidat Edmund Stoiber bezog damit deutlich Stellung gegen den neuen Verteidigungsminister Peter Struck (SPD). Struck lehnt eine Erhöhung des Militäretats 2003 ab. "Wir werden die Probleme der Unterfinanzierung der Bundeswehr nicht im Jahr 2003 vollständig lösen können, aber wir fangen damit an", sagte Schäuble. Struck bekräftigte am Donnerstag nach seiner Vereidigung im Bundestag die bisherige Verteidigungspolitik der rot-grünen Regierung. Er bekannte sich insbesondere auch zu den militärischen Friedensmissionen im Ausland, die der neuen Verantwortung Deutschlands entsprächen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.7.2002)