St. Pölten - Frauen und Jobs, bei diesem Thema falle Studienautoren und Politikern als Erstes vor allem "die Vereinbarkeit vom Familie und Beruf" ein, merkt Bettina Heise von der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) an. Sie meint es kritisch: Das Kinderbetreuungsproblem halte eine Arbeitnehmerin "höchstens ein paar Jahre" auf Trab, dann "rücken erneut andere Themen in den Vordergrund".Karriereplanung und Aufstiegschancen Dann gehe es den Arbeitnehmerinnen wieder um "Karriereplanung und Aufstiegschancen", um die Höhe ihrer Bezahlung oder um die Frage "wie man den Job, wenn er gefällt, längerfristig halten kann". Um Bereiche mit viel Handlungsbedarf: Das, so Heise, zeigten die Ergebnisse aus der Voruntersuchung für eine groß angelegte AKNÖ-Studie über deren "größte Zielgruppe" - die weibliche erwerbsfähige Bevölkerung. Insgesamt sollen je 900 Frauen befragt werden "Die Arbeitswelt verändert sich, Teilzeitjobs und atypische Dienstverhältnisse nehmen zu. Wir wollen wissen, wie die Frauen selbst diese Veränderungen erleben", erläutert AKNÖ-Präsident Josef Staudinger die Absichten der geplanten Dokumentationsreihe, die in regelmäßigen Abständen evaluiert werden soll. In Fokusgruppen - Diskussionsrunden mit berufstätigen Frauen - soll ab Herbst themenzentriert gearbeitet werden. Insgesamt sollen je 900 Frauen befragt werden. Frauen verdienen um 36 Prozent weniger als Männer Zum Beispiel zum Thema Bezahlung: Wie gehen die Niederösterreicherinnen mit dem Faktum um, dass sie laut Studienvoruntersuchungen um durchschnittlich 36 Prozent weniger verdienen als die Männer im Land - ein Wert, der über dem österreichweiten Durchschnitt liegt. Oder auch über Strategien gegen die "gläserne Decke" - dem Karrierestopp aus geschlechtsspezifischen Gründen - die, so Heise, "von der Supermarktverkäuferin bis zur Politikerin alle Frauen betrifft". Frauenarrangements Vielfach, so die AK-Expertin, legten die arbeitenden Niederösterreicherinnen eine "resignative Zufriedenheit" an den Tag. Etwa weil sie "froh sind, überhaupt einen Job gefunden zu haben" und mangels konkreter Alternativen bereit, sich mit dem Gegebenen zu arrangieren. In solchen Fällen gehe es dann darum, "weiterführende Interessen der Frauen zu verfolgen". Doch dieser Ansicht will man sich im Büro von Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop (VP) nicht so ohne weiteres anschließen. Laut Umfragen stünden rund 90 Prozent aller Niederösterreicherinnen on the Job den Angeboten im Land positiv gegenüber. Den "Angeboten für Kinderbetreuung". (Irene Brickner, DER STANDARD, Printausgabe, 26.7.2002)