Wien - Zum "Kultort" soll es werden. Damit einem bei "Ich gehe ins Kino" der Name "Gartenbau" einfällt. Davon träumt Hans Hurch, Viennale-Chef und bald Besitzer des 70-Jahre-Kinos am Ring. Erreichen will er dies mit einem "Programm zwischen Arthouse-Kino und gehobenem Mainstream". Da gehören für Hurch "gute amerikanische Filme genauso dazu, wie europäische" - mit Betonung auf "österreichische". So viel können also künftige Besucher zur Wiedereröffnung im Oktober erwarten. Umgesetzt werden soll dies durch eine 100-prozentige Tochtergesellschaft, die der Viennale-Verein gründen wird. Diese soll für die Programmierung des Kinos sorgen. Und zwar unabhängig vom Festivalbetrieb. Dass die Viennale nun um 107.000 Euro den Zuschlag für den Erwerb des Gartenbau aus der City-Cinemas-Konkursmasse bekommt, ist überraschend. Die Entscheidung bedarf noch der Zustimmung der Konkursrichterin. Zuerst bekam nämlich die Nachfolgegesellschaft der City Cinemas die Zusage. Hurch erklärt die neue Entscheidung damit, dass die Frist für die Anbote abermals verlängert worden sei. Es habe eine Änderung der Anbotsbedingungen im Masseverfahren gegeben, von der er nicht informiert worden sei. Dies sei unzulässig. Daher sei neu verhandelt worden. Das Geld für den Kauf komme nach Aussagen von Hans Hurch aus jener Subvention, die der Gemeinderat zur Rettung von Gartenbau- und Metrokino (dieses übernimmt das Filmarchiv) genehmigt hat: 390.000 Euro auf 3 Jahre. Weiters wird ein Investitionszuschuss von 1,5 Millionen Euro für diese beiden Traditionskinos gewährt. (aw/DER STANDARD, Printausgabe 27./28.07.2002)