Somerset - Bei den dramatischen Rettungsbemühungen für neun verschüttete US-Bergleute haben die Bergungs-mannschaften einen schweren Rückschlag erlitten. Die Spitze des Spezialbohrers, mit dem die Retter einen Zugangsschacht bohren wollten, ist gebrochen. Wie der Gouverneur von Pennsylvania, Mark Schweiker, am Freitag mitteilte, sollte nun alles unternommen werden, um den Bohrer zu reparieren.Bis zu den verschütteten Bergleuten fehlten zu diesem Zeitunkt noch etwa 50 Meter. Das Drama in der Ortschaft Somerset hatte am Mittwochabend begonnen: Beim Kohleabbau bohrte die Mannschaft versehentlich einen älteren, mit Wasser gefüllten Stollen an. Die Wassermassen strömten in den Stollen, in dem sich die Mannschaft aufhielt, und brachten ihn zum Einsturz. 50-Prozent-Chance Der Gouverneur von Pennsylvania, Mark Schweiker, bezifferte am Freitag in einem TV-Interview die Überlebenschancen der Männer auf 50 Prozent. Die Rettungskräfte hatten sich den Bergleuten mithilfe des Bohrers genähert und hofften nach eigenen Angaben, noch im Laufe des Tages zu ihnen vorzustoßen. Die Eingeschlossenen harren seit Mittwochabend in einem Hohlraum etwa 100 Meter unter der Erde in elf Grad kaltem Wasser aus. "Dies ist ein langer und schwieriger Einsatz. Ich will keine Hoffnungen stärken und ich will keine Hoffnungen zunichte machen", sagte ein Sprecher der Umweltbehörde. (DER STANDARD, Printausgabe 27./28.07.2002)