Bogota - Tausende Frauen haben in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota für den Frieden demonstriert. "Wir gebären nicht, um unsere Kinder in den Krieg zu schicken", riefen die Teilnehmerinnen bei der Kundgebung des "Marsches gegen den Krieg" am Donnerstag. Die in schwarz gekleideten Frauen zogen vor den Präsidentenpalast und forderten die Regierung dazu auf, die Konflikte im Land friedlich zu lösen. In dem seit 38 Jahren andauernden Bürgerkrieg kämpfen linke Rebellen gegen die Armee und rechte paramilitärische Gruppen. Allein im vergangenen Jahrzehnt sind dabei rund 40.000 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handelt es sich häufig um Zivilisten, die zwischen die Fronten geraten. Im Februar waren die Friedensgespräche zwischen der Regierung und den Rebellen der linken revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) gescheitert. Der neugewählte Präsident Alvaro Uribe, der am 7. August vereidigt werden soll, will die Militärausgaben für die Bekämpfung der Rebellen erhöhen. Die USA kündigten unterdessen an, Elitesoldaten zur Unterstützung des kolumbianischen Militärs im Kampf gegen die Guerilla nach Bogota schicken. Spezialeinheiten sollen die kolumbianischen Soldaten für den Schutz der Ölindustrie vor Anschlägen der Guerilla trainieren, erklärte US-Botschafterin Anne Patterson in der kolumbianischen Hauptstadt an. Zudem werde die US-Regierung im Kongress eine Aufstockung der Finanzhilfe für den Andenstaat beantragen. Im vergangenen Jahr hatte die Guerilla rund 170 Anschläge auf Pipelines in Kolumbien verübt. Das Land ist der siebent größte Erdöllieferant der USA. (APA/Reuters)