Wien - Für die Abhaltung der Kommunalwahlen im mehrheitlich von Albanern bewohnten Südserbien sind alle notwendigen Vorkehrungen getroffen worden. Dies betonte der scheidende Leiter der Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Jugoslawien, Stefano Sannino, vor Journalisten am Donnerstag in Wien. "Die Einwohner Südserbiens werden am Wochenende ihren Willen über die Zukunft dieser Region frei äußern können. Die Zeit der Konfrontation ist vorbei und jetzt muss man sich alltäglichen Problemen widmen", betonte der italienische Diplomat. Er wird Anfang September außenpolitischer Berater von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi. Gewählt wird am Sonntag in den mehrheitlich von Albanern bewohnten Orten Presevo, Medvedja und Bujanovac in Südserbien an der Grenze zur von der UNO verwalteten Provinz Kosovo. Im vergangenen Jahr erschütterten ethnisch motivierte Konflikte zwischen albanischen Freischärlern ("Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac"/UCPMB) und serbischen Polizeieinheiten diese Region. Sannino äußerte die Hoffnung und Zuversicht, dass es während der Wahl und danach nicht zu ernsteren Auseinandersetzungen kommen werde, auch wenn am Mittwoch die serbische Polizei in einem Dorf an der Grenze zum Kosovo ein großes Waffenarsenal der offiziell aufgelösten UCPMB gefunden habe. "Ich glaube, dass es genügend politische Reife auf allen Seiten gibt". Der Friedensprozess in Südserbien sei mittlerweile in einen politischen Prozess übergegangen und "es gibt immer jemanden, der wünscht, diesen im letzten Augenblick zu unterminieren". Insofern könnten Zwischenfälle nicht völlig ausgeschlossen werden. Aber Südserbien sei aus seiner Sicht "kein Nährboden für Extremisten" mehr, betonte Sannino. Zu den serbischen Präsidentschaftswahlen am 29. September sagte Sannino, er hoffe, dass sich die Wahlkampagne auf politische Programme konzentriere und nicht auf persönliche Aspekte reduziere. "Serbien ist ein Land, das politisch reif ist und es stellt sich nicht mehr die Frage, ob es Bedingungen für Wahlen gibt". Für die europäische Integration Jugoslawiens sei vor allem die Redefinition der Beziehung zwischen Serbien und Montenegro entscheidend. Jugoslawien sei nicht weit entfernt von der Erfüllung der für die Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziationsabkommen erforderlichen Bedingungen. Dennoch sei ein noch stärkeres Engagement aller politischer Akteure im Rahmen der Realisierung der begonnen Reformen notwendig. "Viel von dem wurde bereits erledigt, aber es bleibt auch noch viel zu tun", betonte Sannino abschließend.(APA)