Wien - Wenn schon, denn schon: In der Ausschreibung für die Draken-Nachfolger waren 24 einsitzige Maschinen verlangt worden; "Mehr- oder Mindermengen sind nicht zulässig", zitiert Grünen-Wirtschaftssprecher Werner Kogler. Auch wenn er generell gegen die Beschaffung von Abfangjägern ist, verlangt er nun, dass die Regierung mit der Zahl der Flugzeuge keine Tricks versucht, um den Eurofighter billiger zu rechnen als die Konkurrenz.Dass nämlich die Konkurrenzprodukte Gripen und F-16 die für das Heer geforderte Leistung billiger erbracht hätten, erscheint Kogler evident: "Der Eurofighter sprengt den Rahmen alles bisher da Gewesenen an Unkorrektheiten. Das riecht nach Schiebung." "Fahrlässiger Umgang mit Steuergeldern" Kogler nimmt vor allem Finanzminister Karl-Heinz Grasser ins Visier und verlangt seinen Rücktritt. Kogler, der auch Vorsitzender des parlamentarischen Rechnungshofausschusses ist, ortet "fahrlässigsten Umgang mit Steuergeldern". Bei Grasser gebe es noch die "fatale Optik", dass er zunächst die billigste Lösung haben wollte und dann umgefallen sei. Grasser sei nur ein Schauspieler, dem es nicht gelinge, die Kosten im Rahmen zu halten oder gar zu drücken. Auch das Versprechen der Regierung nach maximaler Transparenz sei "Lug und Trug. Es wird bei den Gegengeschäften gelogen, dass sich die Balken biegen." Verteidigungsminister Herbert Scheibner habe noch im Dezember versprochen, dass es eine so genannte zeitnahe Rechnungshofprüfung über diese Causa geben werde. Jetzt aber zögere er die Herausgabe von Unterlagen heraus - was übrigens vom Ministerium zurückgewiesen wird. Zu durchleuchten sei schließlich die Rolle der FPÖ insgesamt. So bestehe beim ehemaligen Bundesgeschäftsführer Gernot Rumpold der Verdacht der Unvereinbarkeit im Zusammenhang mit PR-und Werbeaufträgen des Eurofighter-Herstellers EADS. Bei seiner Pressekonferenz am Freitag kündigte Kogler auch an, die Politiker der Grünen würden das Volksbegehren gegen den Ankauf der Abfangjäger unterschreiben - "es ist das Volksbegehren des umtriebigen Herrn Fußi - und da gibt es keine Übernahmekampagne der Grünen". Wichtig sei das Anliegen und deswegen verstehe er auch die ablehnende Haltung von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer nicht. Als einzige Bundesparteiorganisation (neben Fußis "Die Demokraten") unterstützt die KPÖ das Begehren: "Die Eurofighter sind Österreichs Beitrag für die Teilnahme an zukünftigen kriegerischen Interventionen der EU-Armee, die ab 2003 einsatzbereit sein soll", sagte KP-Sprecher Michael Graber. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 27.7.2002)