Ein generelles Verbot von gewaltverherrlichenden Filmen und PC-Spielen sowie eine schärfere Kontrolle des Jugendschutzes haben Wissenschafter auf einem Medienkongress in München gefordert. Dazu müsse der Rundfunkstaatsvertrag in Deutschland entsprechend geändert werden, heißt es in einer am Donnerstagabend verabschiedeten Resolution. "Schon jetzt zeigt sich, dass Erfurt bald vergessen sein wird und die Medienindustrie ihr Geschäft wie bisher treibt", kritisierten die Teilnehmer des Kongresses zum Thema "Medienwirkung - Handeln statt resignieren". Aufbau latenter Gewaltbereitschaft durch Medien Die Hauptwirkung von Mediengewalt bestehe im Aufbau von latenter Gewaltbereitschaft, hieß es. Eine emotionale Desensibilisierung und Lust an Gewalt würden den Jugendlichen durch Mediengewaltkonsum und Computerspiele beigebracht. Die wissenschaftlichen Fakten müssten in den notwendigen Maßnahmen konsequent umgesetzt werden, betonten die Teilnehmer des gemeinsam von der Ludwig-Maximilians-Universität- München, der Universität Regensburg und der Staatlichen Schulberatung Oberbayern-Ost veranstalteten Tagung. "Die Wirkungen von Mediengewalt geschehen im Kontext von Gewalt in der Familie, im Freundeskreis und in der Schule sowie im Rahmen gesellschaftlicher Verhältnisse", sagten die Psychologen und Pädagogen. Mediengewaltwirkungen einzuschränken oder zu verhindern, bedeute, eine Ursache von Gewalt für viele Kinder und Jugendliche zu beseitigen. (APA/dpa)