Belgrad - Das jugoslawische Bundesverfassungsgericht hat eine Entscheidung des serbischen Parlaments zum Mandatsentzug von 21 Abgeordneten der Demokratischen Partei Serbiens (DSS) für unrechtmäßig erklärt. Das Gericht gab damit am Freitag einer Klage der DSS des jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica statt, die in einem Machtkampf mit den politischen Kräften um den serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic steht. Die Abgeordneten hätten das Recht, in das Parlament zurückzukehren, sagte der Vorsitzende Richter am Bundesverfassungsgericht, Momcilo Grubac. Die politischen Führer der regierenden Koalition DOS hatten beschlossen, 36 eigenen, als undiszipliniert bezeichneten Abgeordneten im Parlament das Mandat zu entziehen und sie durch neue zu ersetzen. Die DSS, zumindest formell weiter DOS-Mitglied, weigerte sich, neue Kandidaten aufzustellen. Sie widersetzt sich seit Monaten der mehrheitlichen DOS-Politik und hat schon eine eigene Parlamentsfraktion sowie eine "Schattenregierung" gebildet. "Es ist wichtig, dass keine Macht mit dem Recht auf Wahl spielen kann", sagte Grubac. Eine Disziplinierung von Angeordneten als Grund für den Entzug der Mandate zu nehmen, widerspreche den Grundrechten, sagte er weiter. Das serbische Parlament hatte schon im Vorfeld der erwarteten Entscheidung erklärt, das Bundesverfassungsgericht sei für den Fall nicht zuständig. So blieb zunächst unklar, ob das Urteil praktische Folgen in der größeren jugoslawischen Teilrepublik Serbien haben wird.(APA/dpa)