Hamburg - Portugal, seit 1986 Mitglied der Europäischen Union (EU), glänzte jahrelang mit sinkenden Haushaltsdefiziten und kontinuierlichem Wachstum. Jetzt ist das kleine Land im Südwesten Europas in die Kritik geraten. Schon vor einem Jahr hat die Gemeinschaft der Regierung in Lissabon eine zu laxe Haushaltspolitik vorgeworfen; die zehn Millionen Einwohner lebten über ihre Verhältnisse, konsumierten zu viel und produzierten zu wenig. Das Wirtschaftswachstum ist bereits 1999 eingebrochen. Das öffentliche Defizit steigt seit dem vorigen Jahr wieder an, nachdem in den neunziger Jahren die Quote im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung beträchtlich gedrückt werden konnte. Arbeitslosigkeit über vier Prozent Etwa die Hälfte der Bevölkerung findet ihr Auskommen im Dienstleistungssektor, ein Drittel in der Industrie, Energiewirtschaft und am Bau. Der Rest lebt von der Landwirtschaft und Fischerei. Wichtige Branchen sind die Bekleidungs- und Schuhindustrie, der Weinbau und die Fischverarbeitung. Die Arbeitslosigkeit liegt über vier Prozent. Pro Kopf erwirtschaften die Portugiesen nicht halb so viel wie die Deutschen. In der Handelsbilanz übersteigen die Einfuhren die Ausfuhren um mehr als 15 Mrd. Euro. Milliarden-Hilfen Portugal gehört zu den Empfängerländern von Milliarden-Hilfen der EU. Seit April wird das Land von von einem rechtsliberalen Kabinett unter Ministerpräsident Jose Manuel Durao Barroso regiert. (APA/dpa)