Bayreuth - Die künftige Finanzierung der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele ist gesichert. Der Bund wird bereits im laufenden Jahr wieder seinen vollen Beitrag zur vertraglich festgelegten Drittel-Finanzierung leisten, erklärte der deustche Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin am Freitag in Bayreuth. Darüber hinaus will der amerikanische Kunstmäzen Alberto Vilar über die diesjährige Neuinszenierung des "Tannhäuser" hinaus Mittel für weitere Projekte am "Grünen Hügel" zur Verfügung stellen.Zuschüsse von rot-grün eingefroren Der Bund hatte seine Zuschüsse nach der Amtsübernahme der rot-grünen Bundesregierung auf dem Niveau von 1999 eingefroren. Der Fehlbetrag wurde seither je zur Hälfte vom Land Bayern sowie von der Stadt Bayreuth, der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth und vom Bezirk Oberfranken zusätzlich übernommen. Laut Nida-Rümelin (SPD) sind die Zuschüsse ab dem Jahr 2003 in voller Höhe fest in der Finanzplanung des Bundes verankert. Zudem habe er sein Haus angewiesen, den Differenzbetrag für das laufende Jahr von rund 70.000 Euro rückwirkend auszubezahlen. Dank für Vilar Bei seinem traditionellen Presseempfang dankte Festspielleiter Wolfgang Wagner Mäzen Vilar für die Spende zur Neuausstattung des "Tannhäuser", mit dem die Festspiele am Donnerstag eröffnet wurden. Konkrete Pläne für weitere Neuinszenierungen gebe es noch nicht. Gerüchte-Dementis Gerüchte, Dirigent Christian Thielemann werde künftig in Bayreuth eine Art Generalmusikdirektors werden, wies Wagner als "dummes Geschwätz" zurück. "Diese Rolle hat es in Bayreuth noch nie gegeben, und es wird sie auch künftig nicht geben", sagte Wagner. Künftige Festivalleitung Der Intendant des Münchner Gärtnerplatz-Theaters, Klaus Schultz, sagte zu seiner Rolle am "Grünen Hügel": "Ich bin kein Geschäftsführer, der Herrn Wagner zur Seite gestellt wurde, sondern ein freier Mitarbeiter. Ich lege Wert auf meine Unabhängigkeit." Schultz soll die Festspiele nach dem bis jetzt nicht terminisierten Ausscheiden des 82-jährigen Wagner bis zum Amtsantritt eines Nachfolgers leiten. "Ich halte es für gut, wenn die Festspielleitung auch künftig in Händen der Familie Wagner bleibt", erklärte Schultz. Absage für ein Wagner-Musical Plänen für ein Richard-Wagner-Musical in Bayreuth erteilte Wolfgang Wagner eine Absage: "Ob sich das Leben und Wirken Richard Wagners für ein Musical eignet, muss ich mehr als bezweifeln", meinte der Komponisten-Enkel zu Plänen des Unternehmer-Clubs Franken, analog zum Füssener Musical über Bayernkönig Ludwig II. in Bayreuth ein Wagner-Musical zu initiieren. (APA/dpa)