Linz - 68 Prozent der Oberösterreicher sind mit der Regierungsarbeit der ÖVP im Land ob der Enns "sehr zufrieden". Wie die ÖVP auf Bundesebene regiert, damit sind hingegen nur 28 Prozent "sehr zufrieden". Das ergab eine von der Landes-ÖVP in Auftrag gegebene Umfrage. Die Ausgangslage für Landeshauptmann Josef Pühringer, der im nächsten Jahr Landtagswahlen zu bestreiten hat, scheint damit alles andere als einfach. Zumal es noch so aussieht, dass zwischen Nationalratswahlen Ende September und den Landtagswahlen im Oktober 2003 nur 14 Tage liegen.Pühringer befürchtet, dass die eng beieinander liegenden Termine Stimmen kosten könnten. Deshalb muss Landesparteisekretär Michael Strugl einen Vorstoß wagen: "Es gibt gute Gründe, vor dem Sommer 2003 auf Bundesebene zu wählen, teilte er mit. Strugls Funktion als Wahlmanager der Bundes-ÖVP ermöglichte Pühringer - zumindest vordergründig - eine landesparteipolitisch unmotivierte Erklärung für den Vor- stoß aus Linz. Sein Landesparteisekretär spreche aus "persönlicher Erfahrung". Strugl managte schon zwei Wahlkämpfe. Den letzten des deutschen CDU-Altbundeskanzlers Helmut Kohl 1998 und ein Jahr darauf den von Wolfgang Schüssel. Beide zogen sich über den Sommer. "Was nicht leicht ist", wie Strugl der Bundespartei mitteilte. Die zeigte sich über den Alleingang mehr als verärgert. Doch offensichtlich hat Pühringer zuvor "seinen" Mann in die Pflicht genommen - in dessen Hauptfunktion als Landesparteisekretär. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 27.7.2002)