Wien - Infrastrukturprojekte in Ostösterreich müssten angesichts der bevorstehenden EU-Erweiterung rascher fertig gestellt werden. Das fordern die Landesgruppen Wien, Niederösterreich und Burgenland der Industriellenvereinigung (IV). Auch der Generalverkehrsplan der Bundesregierung müsse die Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen mit den künftigen EU-Nachbarn stärker berücksichtigen, sagte der Präsident der Landesgruppe Wien, Richard Schenz."Europa Region Mitte" Das von der IV präsentierte Konzept einer "Europa Region Mitte" soll die Wirtschaftszentren Ostösterreichs mit den Ballungszentren in der Nähe der östlichen und nordöstlichen Landesgrenzen stärker verbinden. Zu diesen grenznahen Ballungsräumen zählen Brünn, Bratislava, Sopron, Szombathely und Györ. Dringend notwendige Straßenbauprojekte beträfen die Errichtung einer Nordautobahn von Wien nach Brünn, die Verlängerung der Südostautobahn A3 bis Sopron, die Verlängerung der Burgenland-Schnellstraße S31 in Richtung Szombathely sowie den Ausbau der B50 von Eisenstadt nach Parndorf. Für den Bereich Schiene wünscht sich die IV unter anderem eine Beschleunigung der Nordbahn auf 160 km/h sowie die Anbindung des Flughafens Wien-Schwechat an eine hochrangige Schienenverbindung. In Wien müssten drei Güterterminals entstehen, sagte Schenz, der auch die seit Verkehrsminister Rudolf Streicher diskutierte Variante eines Zentralbahnhofes Wien wieder aufgriff. Zeithorizonte "inakzeptabel" Diese Projekte seien zwar alle im Generalverkehrsplan enthalten, die Zeithorizonte allerdings vielfach "inakzeptabel". Die Finanzierung bereitet Schenz nur geringe Sorgen: Bei grenzüberschreitenden Projekten könne man sich 50 bis 80 Prozent der Kosten aus EU-Fördertöpfen holen. Der Rest könnte durch Private-Public-Partnership-Modelle, aber auch durch Anleihen finanziert werden, so der "Kapitalmarktbeauftragte" der Regierung. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 27.7.2002)