Peking - Bei einem Schlagwetter in einer chinesischen Kohlegrube sind 18 Bergleute getötet worden. Zum Zeitpunkt des Unglücks am Mittwochabend hätten 25 Männer in der Taojiawan-Mine in Yushe (Provinz Guizhou) gearbeitet, teilte ein Beamter der Aufsichtsbehörde für Sicherheit in Kohlegruben am Freitag mit. Das Bergwerk sei ohne Lizenz betrieben worden.Das Unglück ist eines einer nicht endenden Reihe, in den vergangenen vier Wochen sind allein bei Grubenunfällen mehr als 300 Arbeiter getötet worden. Vorige Woche kamen 44 Männer bei einer Explosion in einer Mine ums Leben, die aus Sicherheitsgründen zwei Tage zuvor hätte geschlossen werden sollen. Illegaler Betrieb Anfang Juli sind nach einer schweren Explosion 39 Bergarbeiter in einem Kohlebergwerk in Songshu in der nordöstlichen Provinz Jilin eingeschlossen worden. Sie starben alle in der Tiefe, ebenso wie jene 15, die drei Tage davor in einer Grube in der nordwestlichen Provinz Shaanxi der Überflutung eines Stollen zum Opfer gefallen sind. Die Bemühungen höherer Behörden, aus Sicherheitsgründen Tausende kleine, illegale Gruben zu schließen, bleiben oft fruchtlos. Unter dem Schutz lokaler Funktionäre, die an der Bergwerksindustrie mitverdienen, machen die Gruben meist schnell wieder auf. (DER STANDARD, Printausgabe 27./28.07.2002)